Am heutigen Tag waren Autofahrer in Deutschland mit merklichen Verkehrsbehinderungen konfrontiert. Verantwortlich für diese Störungen sind die von der Gewerkschaft Verdi initiierten Warnstreiks im öffentlichen Dienst, die sich sowohl auf die Mitarbeiter der Autobahn GmbH als auch auf die der Landesstraßenbauverwaltungen erstrecken. Der Kern dieser Arbeitsniederlegungen liegt in den schleppend verlaufenden Tarifverhandlungen, bei denen Verdi eine Gehaltssteigerung von sieben Prozent pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro, fordert. Darüber hinaus soll die Vergütung für Nachwuchskräfte attraktiver gestaltet werden, um somit das Interesse an diesen Positionen zu steigern.
Von den Warnstreiks waren besonders zentrale Verkehrsverbindungen betroffen. Ein prominentes Beispiel stellt der Hamburger Elbtunnel dar, der lediglich eingeschränkt befahrbar war. Auch die Jann-Berghaus-Brücke in Leer musste für den Verkehr gesperrt werden. Reisende und Pendler in der Region Wesermarsch sahen sich durch eine vollständige Schließung des Wesertunnels beeinträchtigt und mussten Umleitungen über alternative Querungen in Kauf nehmen. Als Reaktion hat die Weserfähre Bremerhaven-Nordenham ihren Pendelbetrieb verstärkt, warnte jedoch die Fahrgäste vor potenziellen Wartezeiten.
Kritische Stimmen kamen von der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), die die ganztägige Schließung des Wesertunnels bemängelte. Die IHK hob hervor, dass solche Maßnahmen das Potenzial haben, den Verkehrsfluss und die Lieferketten erheblich zu stören, was insbesondere in der aktuellen ökonomischen Situation ein ungünstiges Signal sei.
Trotz der Streiks bleibt der Winterdienst, wenn auch mit möglichen Verzögerungen, weiterhin einsatzbereit. Die Planungen von Verdi umfassen weitere Streikaktionen an mehr als 18 Standorten, wobei die Städte Hannover, Kiel und Hamburg besonders im Fokus stehen. In Hannover wird es zudem eine begleitende Kundgebung geben, die den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen soll.
Andreas Dressel (SPD), Hamburgs Finanzsenator und Verhandlungsführer der Länder, äußerte sich zu den Lohnforderungen von Verdi als nicht umsetzbar, bekundete jedoch einen leichten Optimismus hinsichtlich einer möglichen Einigung im Februar. Verdi stellte in Reaktion darauf klar, dass die Forderungen unerlässlich seien, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Attraktivität der Arbeitsplätze zu stärken, was entscheidend für die Gewinnung neuer Mitarbeiter sei.