Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert zügige und konkrete Maßnahmen von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des BDI, betont, dass nun schnelle Ergebnisse gefragt sind: "Der Bundeskanzler steht in der Pflicht, zügig zu handeln." Vorschläge seien zwar reichlich vorhanden, doch letztlich zähle das Handeln und nicht die Vielzahl der Diskussionen. Die deutsche Wirtschaft erwarte entschlossenes Regierungshandeln zur Förderung von Wachstum. "Zeitdruck ist gegeben", unterstreicht Gönner die Dringlichkeit.
Die Initiative von Scholz, die Stärkung der Industrie als Kernanliegen zu definieren, wird grundsätzlich begrüßt. Dennoch kritisiert Gönner, dass der jüngste Industriegipfel ohne konkrete Resultate endete. Der große Wurf, eine neue industriepolitische Agenda, bleibt bislang aus.
Beim Gipfel im Kanzleramt, an dem BDI-Präsident Siegfried Russwurm teilnahm, rief Scholz dazu auf, in einem Schulterschluss einen "Pakt für die Industrie" zu entwickeln. Ein weiteres Treffen ist für den 15. November geplant, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit mitteilte. Im Vorfeld hatte die FDP unter der Leitung von Finanzminister Christian Lindner bereits zu einem eigenen Treffen geladen, bei dem auch Vertreter des Mittelstands und des Handwerks zugegen waren.