Die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) steht unter rechtlichem Beschuss. Grund dafür ist ihr Handeln in Bezug auf einen Entschädigungsfonds von 2,2 Milliarden Pfund, der im Zusammenhang mit Zinssicherungsprodukten aufgelegt wurde. In einer Gerichtsverhandlung vor dem Londoner High Court am Dienstag wurde die FCA beschuldigt, es versäumt zu haben, Tausenden von betroffenen Personen zu helfen, die von dem Programm ausgeschlossen wurden. Hintergrund ist ein von neun Banken, darunter Branchenriesen wie Barclays, HSBC und Lloyds, eingerichtetes Entschädigungssystem. Diese einigten sich im Jahr 2013 mit dem damaligen Vorgänger der FCA auf die Zahlung von Entschädigungen. Verkäufer verkauften diese Produkte an kleine Unternehmen, um sie vor steigenden Zinsen zu schützen, doch der gegenteilige Zinsverlauf führte zu hohen Zusatzkosten für die Kunden. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist der Ausschluss von Unternehmen anhand eines "Sophistikations-Tests", der bestimmte Firmen von Entschädigungen ausschloss, wenn sie über einen Umsatz von mehr als 6,5 Millionen Pfund und mehr als 50 Mitarbeiter verfügten. Die unabhängige Überprüfung von 2021 kritisierte diesen Ausschluss als nicht gerechtfertigt, doch die FCA blieb untätig. Die All-Party Parliamentary Group auf Fair Business Banking, vertreten durch ihren Anwalt Thomas Roe, argumentiert, dieses Vorgehen sei unrechtmäßig, da es keine objektive Rechtfertigung für den Ausschluss gab. Im Gegensatz dazu verteidigt die FCA ihr Vorgehen mit dem Verweis auf das fehlende Mandat der unabhängigen Überprüfung, weitere Entschädigungen von den Banken zu fordern. Die Verhandlung wird am Mittwoch fortgesetzt, wobei das Urteil zu einem späteren Zeitpunkt erwartet wird.
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Britischer Aufsichtsbehörde droht Klage wegen Umgang mit Zinsswaps