03. Mai, 2026

Wirtschaft

Britanniens Firmen in der Klemme: Einstellungsstopp nach Steuererhöhungen

Britanniens Firmen in der Klemme: Einstellungsstopp nach Steuererhöhungen

Ein neuer Bericht offenbart, dass sich die Beschäftigung im britischen Privatsektor im Dezember so schnell wie seit fast vier Jahren nicht mehr rückläufig entwickelte. Auslöser für diesen Trend ist das unlängst vorgestellte Steuerpaket von Rachel Reeves, welches zahlreiche Unternehmen dazu veranlasst, ihre Einstellungspläne zu überdenken. Der S&P Global-Index für die Beschäftigung im Vereinigten Königreich, ein wesentlicher Bestandteil des monatlichen Einkaufsmanagerindex (PMI), fiel im Dezember auf 45,8. Dies ist ein Rückgang von 48,9 im Vormonat und markiert den tiefsten Stand seit Januar 2021. Werte unterhalb der 50 signalisieren, dass die Mehrheit der Unternehmen einen Personalabbau meldet. Chris Williamson von S&P Global Market Intelligence betonte, dass die Unternehmen auf die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge und die neuen Vorschriften mit einem deutlichen Einstellungsstopp reagieren. Dies führte im Dezember zu dem stärksten Beschäftigungsrückgang seit der globalen Finanzkrise 2009, wenn man die Pandemie außer Acht lässt. Im Herbst-Budget hat die Kanzlerin Reeves Steuererhöhungen von 40 Milliarden Pfund angekündigt, darunter eine Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung um 25 Milliarden Pfund ab April 2025. Unternehmen müssen nun Beiträge auf die Gehälter ab 5.000 Pfund zahlen, statt wie bisher ab 9.100 Pfund, und der Beitragssatz steigt um 1,2 Prozentpunkte auf 15 Prozent. Reeves verteidigte die Maßnahmen, doch Kritiker werfen ihr vor, das Vertrauen der Unternehmen zu untergraben. Viele befürchten, dass dies nicht nur die Einstellungsbereitschaft dämpfen, sondern auch zu steigenden Preisen führen könnte. Die Umfrage ergab zudem, dass das Geschäftsklima im Dezember auf ein Zwei-Jahres-Tief sank, da die Unternehmen mit einem schwierigeren Vertriebsklima und steigenden Kosten, insbesondere für Personal, konfrontiert sind. Der übergeordnete PMI-Index blieb bei 50,5, was laut Williamson auf eine Stagnation der Wirtschaft im vierten Quartal hindeutet. Der Verlust an Vertrauen und die Zunahme von Entlassungen lassen jedoch Schlimmeres für das neue Jahr vermuten.