In der jüngsten Sitzung des Bundestages stand Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wegen des gravierenden Brandanschlags auf die Stromversorgung Berlins unter erheblichem politischem Druck. Dieser Angriff, der zu einem massiven und flächendeckenden Stromausfall führte, hat die Anfälligkeit und Verwundbarkeit der kritischen Infrastrukturen Deutschlands in den Fokus gerückt. In der Parlamentsdebatte unterstrich Dobrindt die dringende Notwendigkeit, die Anstrengungen im Kampf gegen Linksterrorismus und andere Formen von Extremismus zu verstärken. Er versicherte darüber hinaus, dass bereits umfassende Maßnahmen ergriffen wurden, um zukünftige derartige Bedrohungen abzuwehren.
Die Reaktionen der Oppositionsparteien, insbesondere der Grünen, ließen nicht lange auf sich warten. Irene Mihalic, die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, thematisierte die Mängel im Entwurf des Kritis-Dachgesetzes, das darauf abzielt, Betreiber kritischer Infrastrukturen zur Meldung von Störfällen und zur Entwicklung detaillierter Risikomanagement-Pläne zu verpflichten. Der Entwurf, lange ein Punkt der Diskussion, wurde von Fachleuten scharf kritisiert und bleibt ungeachtet seiner Bedeutung größtenteils unvollendet. Dobrindt wiederum verleumdete die Verzögerungen der Gesetzgebung der Arbeitsweise der vorherigen Regierung.
Die Auswirkungen des beispiellosen Stromausfalls, der rund 100.000 Einwohner betraf und mehrere Tage anhielt, sind schwerwiegend. Für die betroffene Bevölkerung fielen essenzielle Dienste wie Heizung und Internet aus, was deren Akutversorgung erheblich einschränkte. Marcel Emmerich, innenpolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte Dobrindt für dessen mutmaßliche Abwesenheit während der kritischen Nacht und warf ihm mangelndes Engagement vor. Dobrindt wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, er habe sowohl an wichtigen Krisengipfeln in Berlin teilgenommen als auch die Klausurtagung in Seeon besucht, die ebenfalls von erheblicher Relevanz für die nationale Sicherheit sei.