In einem Wirtschaftsumfeld, das von einem schleppenden Umbruch der Automobilbranche und einer verhaltenen Konsumbereitschaft geprägt ist, konnte der Technologieriese Bosch seine Erfolgsgeschichte auch im vergangenen Jahr fortschreiben. Einem vorläufigen Bericht zufolge kletterte der Umsatz des Unternehmens um circa vier Prozent auf beachtliche 91,6 Milliarden Euro. Dabei zeigte sich auch das operative Resultat von seiner besten Seite – das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich deutlich von 3,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 4,6 Milliarden Euro.
Die gute Nachricht reicht quer durch alle Geschäftsfelder: Industrietechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik erwiesen sich als echte Renditebringer. Hier signalisierte Finanzvorstand Markus Forschner die eindrucksvollsten Ergebnisse. Weniger rosig, doch keinesfalls düster präsentierte sich die Lage im Zulieferbereich. Hier wirkten sich die massiven Vorab-Investitionen spürbar auf das Zahlenwerk aus. Auch im Segment der Konsumgüter - hierzu zählen beispielsweise Elektrowerkzeuge und Haushaltsgeräte - haben schwächelnde Märkte ihre Spuren hinterlassen und den Gewinn schmälern lassen.
Trotzdem ist Bosch der langfristig ins Auge gefassten operativen Gewinnmarge von 5,0 Prozent ein Stück nähergekommen, auch wenn das anvisierte Ziel von mindestens sieben Prozent wahrscheinlich eine zeitliche Verzögerung von ein bis zwei Jahren erfahren wird. Insbesondere im Hinblick auf die eher verhaltenen Wirtschaftsaussichten sei dieser Zeitplan neu zu justieren, teilte das Unternehmen mit. Eine vollständige und geprüfte Bilanz wird für Mitte April erwartet.
Stefan Hartung, Chef des Konzerns, resümiert das Jahr 2023 als herausfordernder als antizipiert, sieht aber dennoch Fortschritte. Er prognostiziert der Wirtschaft keinen Rückgang des derzeitigen Gegenwinds und unterstreicht, dass die nächsten Jahre hohe Anforderungen an alle Wirtschaftszweige stellen werden. Dabei umfasst seine Vorschau auch Schlüsselindustrien wie den Maschinenbau, den Handel mit Konsumgütern und die Energiewirtschaft, in denen er für 2024 ebenfalls ein zurückhaltendes Bild zeichnet.