Ein 60-Milliarden-Dollar-Paket definiert die Machtverhältnisse im Chip-Sektor neu
AMD hat einen massiven strategischen Erfolg verbucht, der die Dominanz von Nvidia im KI-Sektor herausfordert. Der Konzern wird in den kommenden fünf Jahren KI-Prozessoren im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar an den Facebook-Mutterkonzern Meta liefern.
Die Reaktion der Finanzmärkte auf diese Ankündigung erfolgte prompt und heftig. Im vorbörslichen US-Handel kletterten die AMD-Papiere um fast 15 Prozent. Dies markiert den stärksten Kursanstieg seit einem halben Jahr und unterstreicht das Vertrauen der Investoren in die Wettbewerbsfähigkeit von AMD.
Besonders brisant ist eine Zusatzklausel im Vertragswerk: Der Deal beinhaltet die Option für eine direkte kapitalseitige Verflechtung. Meta könnte bis zu zehn Prozent der AMD-Anteile übernehmen, was eine langfristige strategische Allianz gegen den Marktführer Nvidia signalisiert.
Der Energiebedarf der neuen Hardware entspricht der Leistung mehrerer Atomkraftwerke
Die technischen Dimensionen des Auftrags sind gigantisch und verdeutlichen den Ressourcenhunger moderner KI-Infrastruktur. Die an Meta gelieferten Prozessoren werden eine kumulierte Leistungsaufnahme von sechs Gigawatt aufweisen. Das entspricht rechnerisch der Stromproduktion von vier bis sechs Atomkraftwerken.
Bereits im Oktober hatte AMD einen vergleichbaren Großauftrag von OpenAI erhalten. Die nun vereinbarte Lieferung an Meta umfasst dabei nicht nur Beschleuniger für den Betrieb bereits trainierter KI (Inferenz), sondern auch klassische Zentralprozessoren.
„Diese würden speziell an die Bedürfnisse von Meta angepasst“, so AMD-Chefin Lisa Su.
Meta diversifiziert seine Lieferkette aggressiv gegen Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern
Trotz des historischen Volumens dieses Deals setzt Meta nicht alles auf eine Karte. Erst vergangene Woche schloss der Konzern einen Liefervertrag mit dem AMD-Rivalen Nvidia über geschätzte 50 Milliarden Dollar ab. Parallel dazu laufen Verhandlungen mit der Alphabet-Tochter Google über die Nutzung von deren proprietären Tensor-Chips.
Der Investitionsdruck im Silicon Valley ist derzeit enorm. Die großen US-Technologiekonzerne planen allein für das Jahr 2026 Ausgaben von rund 630 Milliarden Dollar für den Ausbau neuer Rechenzentren.

