Boeing tritt Befürchtungen um die Sicherheit seines Flugzeugtyps 787 Dreamliner entschieden entgegen. Vor der anstehenden Aussage eines internen Whistleblowers vor dem US-Kongress unternahm das Luftfahrtunternehmen Schritte, um das Vertrauen in die Strukturintegrität des Jets zu stärken. In einer Pressekonferenz im südkarolinischen North Charleston, dem Ort der Flugzeugmontage, betonten leitende Boeing-Ingenieure die solide Basis des Dreamliners, begründet durch umfassende Tests, Inspektionen und Analysen – sowohl in der Entwicklungsphase als auch in jüngerer Zeit.
Die Darstellung Boeings nimmt gezielt Stellung zu den Behauptungen des Whistleblowers Sam Salehpour, eines Qualitätsingenieurs bei Boeing. Er wird voraussichtlich seine Bedenken vor einem Senatsausschuss äußern, dass bestimmte Abschnitte der Flugzeugrumpfs, die aus Verbundmaterial gefertigt sind, nicht korrekt miteinander verbunden seien, was langfristig zu strukturellen Schwächen führen könne. Diese Vorwürfe, die zuvor durch die New York Times öffentlich wurden, werden aktuell von der Federal Aviation Administration untersucht.
Die Einwände Salehpours folgen auf ein jüngeres Ereignis, bei dem sich ein Teil von einem Boeing 737 Max während eines Flugs der Alaska Airlines gelöst hatte und das Unternehmen bereits in der Kritik stand. Die Boeing-Ingenieure setzten Salehpours Bedenken entgegen, ohne ihn direkt zu nennen. Sie unterstreichen, dass zahlreiche Tests belegen würden, dass die Spaltmaße in der überwiegenden Mehrheit der Fälle den Spezifikationen entsprechen würden. Selbst wenn die Maße die Vorgaben in einem akzeptablen Rahmen überschreiten, sei dies für die Haltbarkeit des Fliegers nicht von Belang, so die Ingenieure.
Steve Chisholm, Vice President und leitender Ingenieur für mechanisches und strukturelles Ingenieurwesen bei Boeing, bekräftigte das Vertrauen in die Integrität der 787 Dreamliner. "Wir haben die Flugzeugstrukturen nicht nur unter die Lupe genommen und nach Beschädigungen gesucht", sagte Chisholm, "sondern ebenfalls Genehmigungsinspektionen durchgeführt, um den Zustand der Bauausführung zu verstehen – und wir konnten keine Ermüdungserscheinungen in der Verbundstruktur feststellen."