30. November, 2025

Politik

Beschleunigte Rentenreform: Junger Abgeordneter erhöht den Handlungsdruck

In einem energischen Appell hat Johanna Seidel, die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos, eine dringende Reform der Rentenpolitik angemahnt und äußerst eindringlich vor möglichen Rentenkürzungen gewarnt. Sie betonte, dass der jüngst getroffene Kabinettsbeschluss zwar einen wichtigen Schritt darstellt, jedoch lediglich als erste Maßnahme zu betrachten sei. Besonders kritisch sei es, das derzeitige Rentenniveau mindestens bis zum Jahr 2031 stabil zu halten. Diese Forderung ist insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern von erheblicher Bedeutung, da dort ein Großteil, nämlich 74 Prozent der Bevölkerung, stark auf die gesetzliche Rente angewiesen ist. Ein Absinken der Renten könnte hier zu erheblichen sozialen Auswirkungen führen.

Trotz des Widerstandes der jungen Abgeordneten der Unionsfraktion im Bundestag, die die geplanten Maßnahmen als zu teuer einschätzen, betont Seidel die Notwendigkeit einer umfassenden und langfristigen Rentenreform. Sie spricht sich dafür aus, dass alle Berufsgruppen in das bestehende Rentensystem integriert werden sollten. Dies umfasst auch Beamte, Selbstständige und Abgeordnete, um eine breitere finanzielle Basis und damit Stabilität für das System zu gewährleisten. Ihr Modell sieht zudem eine solidarische Umverteilung vor, bei der höhere Einkommen zur Stabilisierung der unteren Einkommensgruppen beitragen.

Johanna Seidel, die kürzlich in ihre neue Rolle als stellvertretende Bundesvorsitzende berufen wurde, hat es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht, die politischen Bedürfnisse und Interessen Ostdeutschlands stärker ins Bewusstsein der Politiklandschaft zu rücken. Besonderen Fokus legt sie darauf, junge Menschen zu einer aktiveren politischen Partizipation zu motivieren und einzubinden – dies vor dem Hintergrund, dass es in einigen Regionen enge Kooperationen zwischen der CDU und der AfD gibt, was vielen jungen Bürgern Anlass zur Besorgnis bietet.

Zusätzlich wandte sich Seidel mit einem Appell an den Koalitionspartner BSW, interne Konflikte zügig zu beilegen und das Hauptaugenmerk auf eine konstruktive Regierungsarbeit zu lenken. Trotz der derzeitigen Spannungen, insbesondere aufgrund der laufenden Kontroversen einer Rundfunkreform, zeigte sie sich optimistisch, dass die Koalition gefestigt und zentrale Projekte wie das Tariftreuegesetz sowie die Ausweitung der Mitwirkungsrechte für Kinder und Jugendliche erfolgreich umgesetzt werden können. Seidel appelliert, dabei gemeinsame Zukunftsziele in den Vordergrund zu stellen und bestehende Differenzen kooperativ zu lösen.