06. Januar, 2026

Politik

Berliner Stromnetz in der Krise: Giffey appelliert an Bund um Unterstützung und gesteigerte Sicherheitsmaßnahmen

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey hat in Reaktion auf die jüngsten Vorkommnisse im Berliner Stromnetz erneut eindringlich auf die Dringlichkeit der Situation hingewiesen und eine verstärkte Unterstützung des Bundes eingefordert. Der Anlass für diese Forderung war ein vermutlicher Anschlag, der am vergangenen Wochenende zu erheblichen Störungen im Stromnetz, insbesondere im Südwesten Berlins, führte. In einem Interview mit dem RBB-Inforadio hob Giffey die essenzielle Rolle hervor, die der Bund bei der Aufklärung eines solchen Vorfalls spielen muss. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehe die Frage, ob der Anschlag von ideologisch motivierten Gruppierungen verübt wurde oder ob möglicherweise tiefgreifendere Hintergründe existieren.

Besondere Besorgnis äußerte Senatorin Giffey im Hinblick auf die gefährlichen Ansichten, die im Bekennerschreiben der sogenannten "Vulkangruppe" geäußert wurden. Sie stellte klar, dass dieser Angriff nicht nur die physische Infrastruktur zum Ziel gehabt habe, sondern auch die grundlegenden Werte der freien Gesellschaft angreife. Diese Bedrohungslage verdeutliche die immense Bedeutung der Engagements von Staatsschutz und Verfassungsschutz in den laufenden Ermittlungen.

Des Weiteren legte Giffey besonderen Wert auf den Schutz kritischer Infrastrukturen. Sie betonte die Notwendigkeit, dass sensible Informationen, beispielsweise über den Verlauf von Stromkabeln, nicht frei zugänglich im Internet zu finden sein sollten. Zudem erwäge sie, ob der Zugang zu bestimmten Bereichen, wie dem Ufer des Teltowkanals, künftig eingeschränkt werden müsse, um die Sicherheit zu steigern. In dieser Hinsicht müsse die Sicherheit eindeutig Vorrang vor Transparenz genießen.

Trotz der gravierenden Herausforderungen, die der Vorfall mit sich brachte, zog Giffey ein positives Fazit in Bezug auf die Notfallreaktionen, die auf den großflächigen Stromausfall folgten. Es sei gelungen, zahlreiche Haushalte wieder mit dem Stromnetz zu verbinden. Notstromaggregate gewährleisten derzeit die Stromversorgung, insbesondere in Einrichtungen, die einen besonders hohen Energiebedarf haben. Die im Vorfeld entwickelten Maßnahmen zur Resilienz der Energieversorgung hätten sich als effizient erwiesen und eine koordinierte sowie zügige Behebung der Versorgungsprobleme ermöglicht. Dies sei ein Beweis für die Effektivität der implementierten Strategien zur Krisenbewältigung.