14. März, 2026

Politik

Bedachte Diplomatie: Verbündete mahnen Israel zur Zurückhaltung nach iranischem Angriff

Bedachte Diplomatie: Verbündete mahnen Israel zur Zurückhaltung nach iranischem Angriff

In einer besorgten Stellungnahme drängen enge Verbündete Israels das Land dazu, nach dem jüngst erfolgten Raketen- und Drohnenangriff Irans auf eine Vergeltungsaktion zu verzichten. Stattdessen plädieren sie für eine Deeskalation der hochgradig angespannten Lage im Nahen Osten. Irans Luftschlag, der eine Antwort auf einen vorherigen Angriff mit toten iranischen Kommandeuren in Syrien darstellt, markiert das erste Ereignis, bei dem Teheran offen von eigenem Territorium aus Angriffe auf Israel lancierte. Während rechtsgerichtete Mitglieder der Regierung unter Premierminister Benjamin Netanyahu zu einer entschiedenen Antwort drängten, sprachen sich zahlreiche Akteure für Besonnenheit aus – dazu zählen die USA, die Gruppe der 7, die Europäische Union und auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Netanyahu steht vor einer Herausforderung: Einerseits gilt es, auf den Angriff Irans zu reagieren ohne Schwäche zu zeigen, andererseits darf es nicht zu einer Entfremdung mit der Biden-Regierung und anderen Verbündeten kommen, die bereits mit Blick auf Israels Kriegsführung in Gaza ungeduldig geworden sind. Obgleich die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich den iranischen Angriff scharf verurteilten und sich rasch zur Verteidigung Israels positionierten, unterstreichen die Appelle zur Zurückhaltung den immensen Druck, unter dem Israel steht, einen breiteren Konflikt im Nahen Osten zu vermeiden.

US-Außenminister Antony Blinken betonte in einer Reihe von Gesprächen am Sonntag mit seinen Amtskollegen aus Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der Türkei, Großbritannien und Deutschland die Notwendigkeit, eine weitere Eskalation zu verhindern. Dies teilte das US-Außenministerium mit. Der britische Außenminister David Cameron bezeichnete den iranischen Angriff – bestehend aus hunderten Raketen und Drohnen, von denen nahezu alle abgefangen wurden – als 'leichtsinnig und gefährlich', jedoch als 'vollständigen Fehlschlag'.

'Wir drängen darauf, keine Eskalation herbeizuführen', so Cameron gegenüber Sky News und fügte hinzu: 'Dies ist ein Moment, um mit Verstand ebenso wie mit Herz zu denken. Um klug ebenso wie stark zu sein.'

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock äußerte sich auf einer Pressekonferenz am Montag differenzierter zu der Frage, ob Israel das Recht auf Gegenschläge habe. 'Das Recht auf Selbstverteidigung bedeutet, einem Angriff entgegenzuwirken; Vergeltung ist keine Kategorie des internationalen Rechts', berichtete die Associated Press.