Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat angekündigt, die Bilanz des angeschlagenen Agrarkonzerns Baywa für das Jahr 2023 einer genauen Prüfung zu unterziehen. Laut Aussage der Behörde gibt es "konkrete Anhaltspunkte" für Unregelmäßigkeiten im Konzernabschluss sowie im Lagebericht. Insbesondere könnte es bei der Darstellung der Risikomanagementziele und -methoden zu Fehlern gekommen sein.
Ein zentraler Punkt der Überprüfung ist die Pflicht zur Darstellung des Liquiditätsrisikos. Dabei handelt es sich um die Gefahr, dass Baywa seine finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht erfüllen kann, einschließlich der Risiken bei der Refinanzierung. Die BaFin möchte mit ihrer Ankündigung Transparenz bezüglich der Bilanzkontrolle schaffen, betont jedoch, dass dies nicht zwangsläufig auf tatsächliche Fehler in der Rechnungslegung hinweist.
Der Baywa-Konzern kämpft derzeit mit einer erheblichen Schuldenlast von über fünf Milliarden Euro. Diese umfasst sowohl langfristige als auch kurzfristige Finanzverbindlichkeiten und wird durch die schwache Weltwirtschaft zusätzlich belastet. Deshalb zog der Baywa-Aufsichtsrat im Oktober bereits personelle Konsequenzen: Vorstandschef Marcus Pöllinger trat zum Monatsende zurück und Finanzvorstand Andreas Helber wird das Unternehmen voraussichtlich Ende März 2025 verlassen.