15. April, 2026

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Banken in Deutschland warnen vor negativen Auswirkungen der gestiegenen Zinsen

Banken in Deutschland warnen vor negativen Auswirkungen der gestiegenen Zinsen

Banken in Deutschland müssen weiterhin mit den negativen Auswirkungen der gestiegenen Zinsen kämpfen, warnt die Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch. Es sei noch zu früh, Entwarnung zu geben, da die Auswirkungen der Zinssteigerungen noch nicht vollständig spürbar seien. Buch betont, dass die erhöhten Konjunkturrisiken an den Finanzmärkten bisher kaum berücksichtigt wurden. Angesichts der hohen Unsicherheit bestehe ein erhöhtes Risiko von Marktkorrekturen und entsprechenden Verlusten. Zudem würden die Zinsaufwendungen für die Banken steigen und das bisher deutlich gestiegene Zinsergebnis wieder schmälern.

Die Bundesbank-Simulationen zeigen, dass der Zinsüberschuss in diesem Jahr um 29 Milliarden Euro niedriger ausgefallen wäre, wenn die Banken die höheren Zinsen so schnell wie in der Vergangenheit an die Sparer weitergegeben hätten. Es wird schwieriger, steigende Zinskosten durch höher verzinste Neukredite auszugleichen, da viele Banken langfristige Kredite mit niedriger Verzinsung in ihren Büchern haben und die Nachfrage nach neuen Finanzierungen in den letzten Monaten schwach war.

Die Zinswende hat auf dem Immobilienmarkt zu fallenden Preisen geführt, insbesondere im Gewerbeimmobiliensektor. Die Risiken, die sich aus der Finanzierung von Wohnimmobilien ergeben, bleiben begrenzt, sollten jedoch von den Instituten und Aufsichtsbehörden im Blick behalten werden. Die Bundesbank warnt zudem, dass der bevorstehende Umbau der Wirtschaft hin zu mehr Klimaneutralität das Risiko von Kreditausfällen erhöht, da dieser Strukturwandel zu mehr Insolvenzen und steigenden Kreditrisiken führen könnte.

Obwohl das deutsche Finanzsystem den Zinsanstieg bisher gut bewältigt hat, rät die Bundesbank den Banken, ihre zuletzt gestiegenen Gewinne zur Stärkung ihrer Widerstandskraft in stressigen Phasen zu nutzen.