14. Oktober, 2026

Unternehmen

Bank of America muss mehr als 1,2 Milliarden Dollar Strafe zahlen

Das US-Finanzministerium wirft der zweitgrößten US-Bank vor, Geldwäsche und Sanktionsverstöße nicht ausreichend kontrolliert zu haben. Die Zahlen zum dritten Quartal kommen heute und dürften davon belastet sein.

Bank of America muss mehr als 1,2 Milliarden Dollar Strafe zahlen
Verdächtige Transaktionen von mehr als fünf Milliarden Dollar blieben unentdeckt, externe Prüfer sollen nun die Fälle analysieren.

Strafe über 1,21 Milliarden Dollar

Das US-Finanzministerium hat gegen die Bank of America Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar verhängt. Der Vorwurf: Verstöße gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze. Unter anderem habe die Bank chinesische Geldwäschenetzwerke nicht gemeldet, teilte das Ministerium mit. Insgesamt geht es um verdächtige Transaktionen von mehr als fünf Milliarden Dollar. Bei etwa einem Fünftel davon seien auch Belange der nationalen Sicherheit berührt gewesen.

In der Summe steckt auch eine Zahlung von 11,6 Millionen Dollar aus einem Vergleich wegen Verstößen gegen Sanktionen, unter anderem gegen Iran und Russland. Laut einem Gerichtsdokument muss die Bank externe Prüfer zulassen, die verdächtige Transaktionen analysieren.

Mahnung seit 2024 nicht ausreichend umgesetzt

Der Fall hat eine Vorgeschichte. Schon 2024 war die Bank aufgefordert worden, ihre Kontrollen gegen Geldwäsche zu verbessern. Dem Finanzministerium zufolge hat sie danach nicht genug getan, um die Aufsicht zu stärken. Im Dezember 2024 hatte die Bankenaufsicht OCC, die zum Finanzministerium gehört, eine Verfügung erlassen. Damals blieb eine Geldstrafe aus, die Bank musste Mängel in ihren Programmen gegen Geldwäsche und für die Einhaltung von Sanktionen beheben. Im August hatte die Bank in ihrem Quartalsbericht an die Börsenaufsicht mitgeteilt, dass sie mit der OCC über eine Lösung verhandle und mögliche Strafen drohten. Die jetzt verkündete Summe ist das Ergebnis.

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Stellungnahme der Bank

Die Bank verwies gegenüber Bloomberg darauf, schon Milliarden Dollar in Technik gegen Finanzkriminalität investiert zu haben. Man arbeite daran, die von den Aufsehern angeprangerten Probleme zu beheben. Zu den Vorwürfen im Einzelnen äußerte sich die Bank laut der vorliegenden Meldung nicht.

Timing: Zahlen heute Nachmittag

Das Institut legt am Mittwoch seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Sie werden von der Strafzahlung belastet sein. Ob und wie die Bank die Summe bereits zurückgestellt hat, geht aus der Meldung nicht hervor. In ihrem Quartalsbericht im August hatte sie auf mögliche neue Strafen hingewiesen.

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Einordnung

Die Summe ist hoch, passt aber in den Rahmen vergleichbarer Fälle. Als Maßstab dient die TD Bank, die 2024 wegen Geldwäsche-Versäumnissen insgesamt rund 3,1 Milliarden Dollar an vier US-Behörden zahlte, darunter eine Rekordstrafe von 1,3 Milliarden Dollar durch die Geldwäschebehörde FinCEN. Gemessen an den Gewinnen einer Bank dieser Größe ist die jetzige Strafe verkraftbar. Wichtiger sind die Auflagen. Externe Prüfer, die verdächtige Transaktionen analysieren, bedeuten Kosten und Aufwand, und sie können Vorwürfe nach sich ziehen.

Für Anleger zählt vor allem, wie die Bank die Belastung in den Zahlen verbucht und ob Aufseher das Wachstum einschränken. Bei der TD Bank hatten die Behörden eine Begrenzung der Bilanzsumme verfügt. Ob so etwas hier droht, ist aus der Meldung nicht ersichtlich. Bei der Vorlage der Zahlen sollten Sie auf drei Punkte achten: die Höhe der Rückstellungen, den Ausblick für die Compliance-Kosten und alle Hinweise auf weitere Verfahren.