Die Deutsche Bahn steht im April vor einer Herausforderung: Während sie die Vorbereitungen für die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft trifft, ist die Pünktlichkeit ihrer Intercity- und ICE-Züge gesunken. Nur etwa zwei Drittel der Züge erreichten ihr Ziel ohne nennenswerte Verspätung, ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Eine verspätete Ankunft wird ab einer Schwelle von sechs Minuten angesetzt. Trotz der sich häufenden Baustellen, begründet durch das stellenweise marode Schienennetz, ist die Reisendenpünktlichkeit - die den Prozentsatz der Fahrgäste darstellt, die ohne größere Verzögerungen ans Ziel kamen - nur minimal gefallen. Hier greift eine Verzögerungsgrenze von 15 Minuten.
Das Phänomen unpünktlicher Züge ist für die Bahn und ihre Passagiere nicht neu. Rückblickend auf den November, wo fast jeder zweite Zug verspätet war, zeigt sich zwar bis dato eine Verbesserung, doch im Moment bremst die Baustellenproblematik die Schnellzüge aus. Mit dem Ziel, die Bauaktivitäten während der Fußball-EM zu drosseln, erleben wir nun einen vorübergehenden Anstieg. Insbesondere das Pfingstwochenende, traditionell ein Zeitfenster mit erhöhtem Reiseaufkommen, könnte von dieser Situation getroffen sein. Die Bahn empfiehlt Reisenden für solche Spitzenzeiten eine Sitzplatzreservierung und weist auf alternative Reiseoptionen hin, wie etwa das Ausweichen auf Intercity-Verbindungen oder das Vermeiden von Hauptreisezeiten.
Im regionalen Schienenverkehr reagieren Aufgabenträger mit dem Einsatz zusätzlicher Züge auf die zunehmende Nachfrage, verstärkt durch das Deutschland-Ticket. Besonders auf der Route Berlin-Ostsee soll dies Entlastung bringen. Doch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft signalisiert weiterhin Bedenken bezüglich der Kapazitäten im Regionalverkehr, insbesondere auf Strecken gen Küste. Mangel an Verbindungen und Personal könnten zu einer Überlastung und damit verbundenen Konfliktsituationen führen.
Das Pfingstwochenende steht somit nicht nur als Nadelöhr für Reisende dar, sondern könnte auch eine Vorschau auf die Herausforderungen bieten, denen sich die Bahn während der Fußball-EM stellen muss. Gewerkschafter plädieren für ein entsprechendes Sonderprogramm, um dem zu erwartenden Mehrverkehr standhalten zu können. Zusätzliche Sicherheitskräfte sollen während des Turniers für Schutz von Fahrgästen und Personal sorgen.