15. Januar, 2026

Technologie

Autonome Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr: Wegweisende Innovation oder schrittweise Weiterentwicklung?

Der öffentliche Nahverkehr steht an der Schwelle zu einem bedeutenden Wandel: Autonome Busse und Taxis haben das Potenzial, das Mobilitätsangebot in den kommenden Jahrzehnten grundlegend zu transformieren. Eine kürzlich von DB Regio geleitete Studie legt nahe, dass der verstärkte Einsatz dieser Technologien die Wartezeiten und die Entfernung zur nächsten Haltestelle signifikant reduzieren könnte. Ein weiterer positiver Effekt könnte die Minderung des derzeitigen Fahrermangels sein. Optimalerweise könnte der Einstieg in ein autonomes Fahrzeug bereits innerhalb von fünf bis 13 Minuten erfolgen, während die Wartezeit aktuell zwischen sieben und 26 Minuten beträgt.

Diese gründliche Untersuchung basiert auf umfangreichen Datensätzen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), ioki, dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum sowie der Prognos AG. Der Schwerpunkt lag auf der Analyse des zukünftigen Mobilitätsverhaltens, gestützt auf die Studie "Mobilität in Deutschland" von 2017 und dem Mobilitätspanel 2022/2023. Eine Reihe von Zukunftsszenarien für das Jahr 2045 wurde entwickelt, darunter ein Basis-Szenario, das eine vollständige Automatisierung des Linienbusverkehrs vorsieht. Überraschenderweise blieben die prognostizierten Verbesserungen, etwa hinsichtlich der Entfernung zur Haltestelle, relativ gering. Ein Fortschritt wurde jedoch bei der Verkürzung der Fahrzeit im Vergleich zum Individualverkehr festgestellt.

Ein bemerkenswerter Aspekt der Studie ist das sogenannte Daseinsvorsorge-Szenario. Hierbei wird der öffentliche Nahverkehr nicht nur durch autonome Fahrzeuge nahezu vollständig ersetzt, sondern gleichzeitig deutlich ausgebaut. Ein durchgängiges System autonomer Rufbusse kombiniert mit einer innovativen Tarifstruktur könnte vor allem in ländlichen Regionen die Mobilität revolutionieren. Die Entfernung zur nächsten Haltestelle könnte sich dabei fast halbieren, was zu einer erheblichen Steigerung der Attraktivität führen würde.

"Die Zukunft des ÖPNV liegt in der Integration von autonomen Shuttles, optimierten Buslinien und einem reibungslosen Übergang zum Schienenverkehr", betont Frederik Ley, Vorstand Straße bei DB Regio. Diese Strategie würde das gesamte Mobilitätssystem neu gestalten und sowohl städtische als auch ländliche Bereiche gleichermaßen abdecken. Der erfolgreiche Einsatz dieser integrierten Systeme könnte Modelle für andere Länder bieten, die ähnliche Herausforderungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs bewältigen müssen.