23. April, 2026

Wirtschaft

Automobil-Giganten Honda und Nissan vor bedeutender Fusion

Automobil-Giganten Honda und Nissan vor bedeutender Fusion

In einem bemerkenswerten Schritt kündigten Honda und Nissan die Aufnahme von Fusionsgesprächen an, die bis 2026 zu einer Vereinigung führen sollen. Diese geplante Verschmelzung markiert einen historischen Wendepunkt für die japanische Automobilindustrie, indem sie auf die Herausforderungen chinesischer Elektrofahrzeughersteller reagiert.

Durch den Zusammenschluss würden Honda und Nissan zur drittgrößten Automobilgruppe weltweit avancieren, knapp hinter den Branchenriesen Toyota und Volkswagen. Diese Fusion würde den beiden Unternehmen die Möglichkeit bieten, Ressourcen zu teilen, um im hart umkämpften Markt gegenüber Wettbewerbern wie Tesla und agilen chinesischen Anbietern wie BYD konkurrenzfähig zu bleiben.

Das Zusammengehen von Honda, Japans zweitgrößtem Automobilhersteller, mit Nissan, dem Drittgrößten, wäre die bedeutendste Umstrukturierung der globalen Automobilindustrie seit dem Zusammenschluss von Fiat Chrysler Automobiles und PSA im Jahr 2021, der zur Gründung von Stellantis führte.

Auch der kleinere Automobilhersteller Mitsubishi Motors, an dem Nissan Hauptanteilseigner ist, erwägt, sich diesem Zusammenschluss anzuschließen und plant, bis Ende Januar darüber zu entscheiden. Die Vorstandschefs der drei Unternehmen hielten eine gemeinsame Pressekonferenz in Tokio ab, um ihre Absichten zu erläutern.

Honda-CEO Toshihiro Mibe hob die Transformationen in der Branche aufgrund der Elektrifizierung und des autonomen Fahrens hervor und betonte die Notwendigkeit, sich bis 2030 gegen neue Wettbewerber zur Wehr zu setzen. Die beiden Unternehmen streben durch die Fusion gemeinsame Umsätze von 30 Billionen Yen (ca. 191 Milliarden Dollar) und einen operativen Gewinn von mehr als 3 Billionen Yen an.

Die Gespräche sollen bis Juni 2025 abgeschlossen sein, bevor ein gemeinsames Holdingunternehmen im August 2026 gegründet wird, woraufhin die Aktien beider Unternehmen dekotiert würden.

Honda, mit einer Marktkapitalisierung von über 40 Milliarden Dollar – etwa viermal so hoch wie die von Nissan –, wird die Mehrheit des Vorstands der neuen Gesellschaft stellen. Eine Einbindung von Mitsubishi würde die weltweiten Verkäufe der japanischen Gruppe auf über 8 Millionen Fahrzeuge erhöhen, was die derzeitige Nummer 3, Hyundai und Kia aus Südkorea, übertreffen würde.

In der Vergangenheit haben Honda und Nissan bereits über Partnerschaften zur Elektrifizierung und Softwareentwicklung nachgedacht. Eine Zusammenarbeit mit Mitsubishi Motors wurde zudem im August ausgebaut. Nissan plant indes, angesichts rückläufiger Verkaufszahlen in den Schlüsselregionen China und den USA, 9.000 Stellen abzubauen und seine globale Produktionskapazität um 20 % zu reduzieren.

Honda hat in der Vergangenheit die Region um Marysville in Ohio massiv geprägt und plant derzeit den Bau eines 4,4-Milliarden-Dollar-Batteriewerks in Partnerschaft mit LG Energy Solution in der Nähe von Jeffersonville, das 2025 betriebsbereit sein soll.