Der jüngste Autogipfel in Bayern, initiiert von Ministerpräsident Markus Söder, endete mit anspruchsvollen Forderungen an die Politik in Berlin und Brüssel. Im Zentrum der Diskussion standen neue Konzepte zur Förderung der Elektromobilität, steuerliche Anreize und Investitionsprogramme, die insbesondere auch Zulieferer adressieren sollen. Söder forderte darüber hinaus eine Senkung der Lkw-Maut, Technologieoffenheit und ein vorübergehendes Aussetzen von Strafzahlungen bei Überschreitung der CO2-Flottengrenzwerte.
Diese Anliegen dürften vorrangig die Agenda der möglicherweise kommenden Bundesregierung betreffen, die unter einem Kanzler Friedrich Merz mit CSU-Beteiligung stehen könnte. Söder hob zudem den geplanten Transformationsfonds hervor, aus dem mindestens 100 Millionen Euro in die Automobilbranche, insbesondere zu den Zulieferern, fließen sollen. Bayern strebt an, bis 2030 stolze 100.000 Lade- und Wasserstofftankstellen im Freistaat zu installieren, während derzeit etwa 30.000 verfügbar sind.
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), unterstrich die Bedeutung des Bürokratieabbaus und hofft auf Bayerns Einfluss in Berlin und Brüssel. Der Landesbezirksleiter der IG Metall, Horst Ott, warnte unterdessen vor Ängsten und Unsicherheiten in der Belegschaft und forderte, eventuelle Subventionen mit Standortbindung zu versehen, um Arbeitsplätze zu sichern.
Auf der anderen Seite kritisierte Greenpeace die von Söder geforderte Abkehr vom endgültigen Aus für Verbrennungsmotoren in der EU. Saskia Reinbeck betonte, dass ohne ein klares Enddatum für Verbrenner der Anschluss an die internationale Konkurrenz, insbesondere aus China, gefährdet sei. Diese unklare Haltung könnte den Abstand der deutschen Hersteller wie BMW und Audi zur Konkurrenz weiter vergrößern.