18. Mai, 2026

Wirtschaft

Auftragsmangel belastet die deutsche Wirtschaft: Ifo-Umfrage zeigt alarmierende Werte

Auftragsmangel belastet die deutsche Wirtschaft: Ifo-Umfrage zeigt alarmierende Werte

Der Zeitgeist im deutschen Wirtschaftssektor zeigt sich zunehmend getrübt. Einer aktuellen Erhebung des Münchner Ifo-Instituts zufolge sehen sich 41,5 Prozent der Unternehmen von einem Auftragsmangel bedroht. Damit hat sich die Situation gegenüber der letzten Erhebung vor drei Monaten um 2,1 Prozentpunkte verschlechtert und erreicht ein Niveau, das seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr verzeichnet wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass der bisherige Höchstwert während der Corona-Krise nun knapp überschritten wurde.

Der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, betont, dass der Auftragsmangel die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland erheblich hemmt und nahezu alle Branchen beeinträchtigt. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe beklagen 47,7 Prozent der Unternehmen fehlende Aufträge. Spitzenreiter in dieser Problematik ist die Metallerzeugung und -verarbeitung mit besorgniserregenden 68,3 Prozent. Auch bei der Herstellung von Metallerzeugnissen sowie Gummi- und Kunststoffwaren sind fast 60 Prozent von Auftragsmangel betroffen. Im Vergleich dazu stehen die Autoindustrie und die Chemiebranche mit jeweils rund 44 Prozent besser da.

Der Handel leidet besonders unter der momentanen Situation. Hier zeigen die Ergebnisse mit 65,5 Prozent klagender Betriebe die höchste Nachfrageflaute seit mindestens 2006, wobei der Großhandel stärkeren Belastungen ausgesetzt ist. Auch im Einzelhandel ist die Situation mit 56,4 Prozent miserabel und erreicht einen Tiefpunkt, der zuletzt 2008 beobachtet wurde.

Ein etwas stabileres Bild zeigt sich bei den Dienstleistern. Dort berichten lediglich 32,1 Prozent über einen Mangel an Aufträgen. Betroffen sind insbesondere Vermittler von Arbeitskräften, da Leiharbeiter derzeit weniger gefragt sind. Im Gegensatz dazu erfreuen sich Rechts- und Steuerberater sowie Wirtschaftsprüfer einer stärker nachgefragten Beratung, verursacht durch den anhaltend hohen Bürokratie- und Regulierungsaufwand.