Die Märkte haben heute Zeuge einer auffallenden Erholung der Ölpreise im US-Handel geworden. Zu verzeichnen war ein beachtlicher Zuwachs bei der Sorte Brent, welche für eine Einheit von 159 Litern zuletzt mit 80,91 US-Dollar gehandelt wurde. Dies bedeutet einen signifikanten Aufschlag von 1,56 US-Dollar gegenüber dem Vortagesniveau. Nicht weniger dynamisch zeigte sich das amerikanische Gegenstück West Texas Intermediate (WTI), dessen Preis für ein Fass zur Auslieferung im Mai um 1,30 Dollar auf 86,73 Dollar emporschnellte.
Blickt man auf die Gründe für diesen Auftrieb, so spielen geopolitische Unwägbarkeiten eine wesentliche Rolle. Insbesondere die jüngsten Entwicklungen in Israel geben Anlass zur Sorge am Rohstoffmarkt: Es mehren sich Berichte, dass staatliche Stellen dort die Kontrolle über die GPS-Empfangsmöglichkeiten ausgeweitet haben. Diese Maßnahme, die in den letzten Monaten bereits in nördlichen wie südlichen Teilregionen des Landes beobachtet wurde, dient der Abwehr von Drohnenangriffen, hinter denen Hisbollah und Hamas vermutet werden. Diese operative Veränderung isräelischer Sicherheitsstrukturen hat weitreichende Folgen und befeuert die Besorgnis der Anleger bezüglich einer möglichen Zuspitzung der Lage im Nahen Osten.
Die aktuellen Preissteigerungen sind damit ein direktes Spiegelbild der allgemeinen Richtlinie, dass Unsicherheiten der politischen Landschaft eine Flucht in die vermeintliche Sicherheit von Rohstoffinvestitionen begünstigen.