Die deutsch-französische Kooperation, repräsentiert durch die ArianeGroup, hat ihren strategischen Fokus auf eine signifikante Steigerung ihrer Startkapazitäten der Trägerrakete Ariane 6 gerichtet. Für das laufende Jahr ist die Verdopplung der Anzahl der Raketenstarts angepeilt, wobei insgesamt sieben bis acht Flüge geplant sind. Dies gab der CEO des Unternehmens, Pierre Godart, bekannt und betonte, dass die Ladungen für sämtliche Missionen bereits vertraglich abgesichert sind. Seit ihrem Debüteinsatz im Jahr 2024 hat die Ariane 6 bis zum Jahr 2025 bereits vier erfolgreiche Starts verzeichnet, was ihre Zuverlässigkeit untermauert.
In einer strategischen Weitsicht plant die ArianeGroup, bis zum Jahr 2027 die Startfrequenz auf jährlich etwa zehn Raketenstarts zu steigern. Diese Vision eines möglichen weiteren Anstiegs der Startfrequenz ist jedoch an den kontinuierlichen Bedarf gebunden, um die ökonomische Tragfähigkeit der Investitionen zu gewährleisten, erklärte Godart. Vor diesem Hintergrund unterstreicht die ArianeGroup die Notwendigkeit eines „europäischen Präferenzansatzes“, der die Nutzung europäischer Raketen durch staatliche oder öffentlich finanzierte Programme innerhalb Europas priorisieren solle.
Derzeit verfügen die französisch-deutschen Weltraumspezialisten über rund 30 Vertragsaufträge für bevorstehende Raketenstarts, wie Godart erläutert. Dennoch gibt es für die kommenden Jahre vereinzelt noch Startslots, die gefüllt werden könnten. Ein außergewöhnliches Ereignis steht im Februar bevor: Die Einführung der stärksten Variante der Ariane 6, ausgerüstet mit vier Booster-Triebwerken, die den Transport von Nutzlasten bis zu 20 Tonnen ermöglicht. Bei diesem Aufsehen erregenden Start wird die Rakete 32 Satelliten für Amazons Leo-Netzwerk in die Erdumlaufbahn befördern. Diese Mission ist die erste einer Serie von insgesamt 18 Aufträgen des US-amerikanischen Konzerns.
Zusätzlich zur zivilen Raumfahrt betont Godart die bedeutende Rolle der ArianeGroup in militärischen Anwendungen. Hierzu zählt die Produktion ballistischer Raketen für die französischen Atomstreitkräfte. In Bezug auf die aufstrebende Technologie wiederverwendbarer Raketen betonte Godart, dass wirtschaftliche Aspekte von äußerster Wichtigkeit seien. Der erhöhte Treibstoffbedarf für die Rückkehr solcher Raketen könnte die Nutzlast um 30 bis 40 Prozent verringern. Dennoch sei das Wissen um und die Entwicklung dieser Technologie essentiell, um bei Bedarf effizient eingesetzt werden zu können.