07. Januar, 2026

Wirtschaft

Arbeitsmarkt-Schock: Jobzahl fällt erstmals seit Corona

Erstmals seit 2020 sinkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland. Konjunkturflaute und Demografie treffen den Arbeitsmarkt spürbar.

Arbeitsmarkt-Schock: Jobzahl fällt erstmals seit Corona
Erstmals seit 2020 sinkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland. Konjunkturflaute und Demografie treffen den Arbeitsmarkt spürbar.

Beschäftigung geht leicht zurück

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistisches Bundesamt waren im Jahresdurchschnitt 2025 rund 46,0 Millionen Menschen erwerbstätig. Das entspricht einem Rückgang von etwa 5.000 Personen gegenüber 2024. Damit endet ein fast zwei Jahrzehnte währender Beschäftigungsaufbau, der nur im Corona-Jahr 2020 kurzzeitig unterbrochen worden war.

Die Statistiker führen diese Entwicklung vor allem auf zwei Faktoren zurück: die anhaltende Konjunkturflaute sowie den zunehmenden demografischen Druck. Immer mehr Menschen der geburtenstarken Jahrgänge scheiden aus dem Arbeitsmarkt aus, während deutlich weniger junge Erwerbstätige nachrücken.

Demografie bremst den Arbeitsmarkt

Der demografische Wandel wirkt zunehmend als strukturelle Wachstumsbremse. Unternehmen finden schwieriger qualifiziertes Personal, selbst bei moderater Nachfrage. Zwar stützen Nettozuwanderung und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Beschäftigten weiterhin den Arbeitsmarkt, doch reicht das nicht mehr aus, um die Abgänge vollständig zu kompensieren.

Gerade in technisch anspruchsvollen und industriellen Berufen macht sich dieser Effekt besonders bemerkbar.

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Apple reagiert offenbar auf die enttäuschende Nachfrage nach seiner Mixed-Reality-Brille Vision Pro. Wie die Financial Times berichtet, hat der Konzern sowohl die Produktion als auch die Marketingausgaben für das Gerät massiv zurückgefahren. Seit dem Marktstart im Jahr 2024 sollen weltweit lediglich rund 390.000 Exemplare verkauft worden sein. Offizielle Zahlen nennt Apple nicht.

Dienstleister als einzige Wachstumsstütze

Zuwächse gab es 2025 ausschließlich im Dienstleistungssektor. Dort stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 164.000 auf rund 34,9 Millionen Personen. Besonders stark wuchs der Bereich öffentliche Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit, der allein 205.000 zusätzliche Beschäftigte verzeichnete. Vor allem das Gesundheitswesen trug zu diesem Plus bei.

Auch Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie sonstige Dienstleistungen meldeten moderate Zuwächse. Diese Entwicklung unterstreicht den langfristigen Strukturwandel der deutschen Wirtschaft hin zu dienstleistungsorientierten Tätigkeiten.

Industrie und Bau verlieren weiter Jobs

Außerhalb der Dienstleistungen setzte sich der Abwärtstrend fort. Im Produzierenden Gewerbe sank die Beschäftigung um 143.000 Personen auf 7,9 Millionen. Besonders betroffen waren energieintensive und exportabhängige Industriezweige. Auch im Baugewerbe ging die Zahl der Erwerbstätigen um 23.000 zurück.

Erstmals seit neun Jahren verzeichnete zudem der Bereich Information und Kommunikation einen Beschäftigungsrückgang. Handel, Verkehr und Gastgewerbe verloren ebenfalls leicht an Arbeitsplätzen.

Sozialversicherung stabilisiert das Gesamtbild

Ein stabilisierender Faktor bleibt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Sie stieg 2025 um 33.000 Personen auf 42,3 Millionen. Rückgänge bei Minijobs und Selbstständigen konnten dadurch ausgeglichen werden. Die Zahl der Selbstständigen sank jedoch erneut deutlich und setzte damit einen seit 2012 anhaltenden Negativtrend fort.

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Ausblick: Hoffnung auf 2026

Trotz der aktuellen Schwäche rechnen Ökonomen mit einer schrittweisen Erholung. Die Bundesbank erwartet für 2026 ein spürbar höheres Wirtschaftswachstum, getragen von steigenden Staatsinvestitionen, höheren Löhnen und einer Belebung des Exports. Ob sich diese Impulse auch rasch in neuen Jobs niederschlagen, bleibt jedoch offen.

Für Anleger und Unternehmen zeigt sich damit ein gemischtes Bild: Kurzfristig bleibt der Arbeitsmarkt angespannt, strukturell aber rücken Produktivität, Automatisierung und Fachkräftesicherung stärker denn je in den Fokus.

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