Der anhaltende Trend zur Erhöhung des Frauenanteils in den MINT-Studiengängen setzt auch im Jahr 2024 seine positive Entwicklung fort. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug der Anteil weiblicher Erstsemester in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bemerkenswerte 36 Prozent. Diese Zahl stellt einen neuen Rekord dar, welcher darauf hinweist, dass sich die Bemühungen zur Förderung von Frauen in diesen traditionell männerdominierten Bereichen auszuzahlen beginnen. Im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt, als der Frauenanteil um fünf Prozentpunkte niedriger war, zeigt dies eine signifikante Steigerung und einen erfreulichen Fortschritt in Richtung Geschlechterparität.
Allerdings wird das positive Bild gedämpft, wenn man den längerfristigen Trend der Gesamtzahl der Studienanfänger in MINT-Fächern betrachtet. Im Jahr 2024 verzeichnete man einen Rückgang der Gesamtzahl von Studienanfängern auf etwa 318.800, was im Vergleich zu vor zehn Jahren einen Rückgang von fünf Prozent darstellt. Trotz dieser rückläufigen Gesamtzahlen sind rund 113.265 dieser Studierenden weiblich, was die Bedeutung der erhöhten weiblichen Repräsentation nochmals unterstreicht. Positiv erscheint zudem der Vergleich mit dem Vorjahr, in dem die Anzahl der MINT-Erstsemester um drei Prozent stieg und somit über dem Anstieg aller Studienanfänger lag, der zwei Prozent betrug und insgesamt 823.900 Personen umfasste.
Ein weniger optimistisches Bild zeigt sich jedoch bei der Betrachtung der MINT-Ausbildungsberufe. Im Jahr 2024 war nur ein geringer Anteil von zwölf Prozent der 167.700 Anfänger in diesen Berufen weiblich. Diese minimale Steigerung um lediglich einen Prozentpunkt seit 2014 verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen, Frauen für MINT-Ausbildungsberufe zu gewinnen. Besonders zögerlich sind junge Frauen bei der Wahl eines Berufs als Elektronikerin, Anlagenmechanikerin oder in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Diese Diskrepanz zwischen akademischer Bildung und dualer Ausbildung ruft nach verstärkten Initiativen und Förderungen, um die Attraktivität und Akzeptanz dieser Berufe bei Frauen zu erhöhen.