Die Anzahl der in Deutschland lebenden Menschen, die auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen sind, ist Ende des letzten Jahres auf über 1,2 Millionen gestiegen. Ein Plus von etwa zwei Prozent entspricht 22.000 mehr Leistungsempfängern im Vergleich zum Vorjahr, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes aufzeigen. Diese Form der sozialen Unterstützung erhalten Erwachsene, die aufgrund von Erwerbsminderung oder fehlenden finanziellen Mitteln ihren Lebensunterhalt nicht eigenständig bestreiten können.
Ein signifikanter Anteil dieses Anstiegs ist auf die Zuwanderung aus der Ukraine zurückzuführen, die durch anhaltende militärische Konflikte in der Region verursacht wird. Im Vergleich zu Dezember 2022 hat die Zahl ukrainischer Leistungsempfänger um 18,8 Prozent zugenommen, von 73.060 auf 86.775 Personen. Dieser Trend setzt sich seit Juni 2022 fort, nachdem den Geflüchteten zuvor Sozialleistungen für Asylbewerber zur Verfügung standen.
Der größere Teil der Grundsicherungsempfänger, etwa 690.000 Personen oder 56,9 Prozent, bezieht sie im Kontext des Alters, was einem Anstieg um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Demgegenüber steht eine leicht rückläufige Tendenz bei den Empfängern aufgrund voller Erwerbsminderung, meist bedingt durch Krankheit oder Behinderung. Hier zeigt sich ein Minus von 1,6 Prozent, wobei 520.000 Personen - 43,1 Prozent der Gesamtanzahl - diese Leistungen in Anspruch nehmen.
Die sozialen Sicherungssysteme spiegeln somit sowohl demografische Veränderungen als auch geopolitische Ereignisse wider und zeigen die Notwendigkeit der Anpassung und Unterstützung von Menschen in prekären Lebenslagen.