08. Februar, 2026

Politik

Anschlag auf Oberhaupt des Militärgeheimdienstes Alexejew führt zu diplomatischen Spannungen in Moskau

Die gegenwärtigen Spannungen zwischen Moskau und Kiew haben mit einem gezielten Attentat auf den stellvertretenden Leiter des russischen Militärgeheimdienstes, Wladimir Alexejew, einen besorgniserregenden Höhepunkt erreicht. In einem Wohnhaus in der russischen Hauptstadt wurde der 64-jährige Alexejew angeschossen und im kritischen Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert. Bisherige Berichte der russischen Nachrichtenagenturen bestätigen, dass Alexejew mittlerweile wieder bei Bewusstsein ist, doch das Ereignis hat weitreichende diplomatische und sicherheitspolitische Folgen ausgelöst.

Im Rahmen der laufenden Untersuchungen wurden zwei Verdächtige festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass einer dieser Verdächtigen möglicherweise von ukrainischen Geheimdienstkreisen beauftragt wurde. Ein weiterer mutmaßlicher Mittäter soll sich bereits in die Ukraine abgesetzt haben, was die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine weiter belastet. Die Ermittlungen fokussieren sich auf die These, dass der Täter Ende Dezember 2025 heimlich nach Moskau eingereist sein könnte.

Die Anspannung in den diplomatischen Kreisen hat sich durch den Vorwurf des russischen Außenministers Sergej Lawrow noch verschärft. Lawrow beschuldigt die Ukraine, wissentlich hinter dem Anschlag zu stehen, um den zarten Verhandlungsprozess im Konflikt zu sabotieren. Der Angriff auf Alexejew, der in der Vergangenheit wiederholt wegen seiner Rolle bei militärischen Operationen, wie im Syrien-Krieg und im andauernden Ukraine-Konflikt, im Fokus westlicher Sanktionen stand, wirft ein Schlaglicht auf die sich zuspitzende Sicherheitslage hochrangiger Vertreter der russischen Militärführung.

Besonders beunruhigend ist der zeitliche Kontext des Attentats, das nur kurz nach bedeutenden diplomatischen Gesprächen in Abu Dhabi stattfand. Diese Verhandlungen wurden unter anderem von Alexejews Vorgesetztem, Igor Kostjukow, besucht. Im Zuge dieser Ereignisse fällt auch ein Schatten auf zuvor koordinierte Angriffe gegen andere führende Militärfiguren, wie Generalleutnant Jaroslaw Moskalik und Igor Kirillow, den Leiter der russischen ABC-Abwehr.

Diese gezielten Attentate sind symptomatisch für eine tiefgreifende Krise, in der hochrangige Mitglieder der russischen Militärstruktur immer wieder gefährdet sind. Die geopolitischen Verwerfungen zwischen Russland und der Ukraine werden durch die Streitigkeiten um die Klassifizierung dieser Vorfälle als Terrorakte weiter verschärft. Dies verdeutlicht, wie verfestigt die Gräben im länger andauernden Konflikt mittlerweile sind. Unterdessen verstärkt die russische Ermittlungsbehörde ihre Anstrengungen, um die komplexen Verstrickungen dieses Falls weiter aufzuklären und weitere Bedrohungen zu unterbinden.