15. April, 2026

Politik

Angriff auf Markt in Donezk fordert zahlreiche Opfer

Angriff auf Markt in Donezk fordert zahlreiche Opfer

Donezk: Bei einem Beschuss eines Marktes in der von russischen Truppen besetzten ostukrainischen Stadt Donezk sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens 27 Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden. Die Behörden korrigierten die Angaben zu Toten und Verletzten immer weiter nach oben. Auch in anderen Teilen der Region Donezk habe es Opfer ukrainischer Angriffe gegeben. Insgesamt bezifferte der Chef der von Russland annektierten Region Donezk, Denis Puschilin, die Gesamtzahl der Toten auf 28, mit 30 Verwundeten.

Ukraine reagiert vorerst nicht

Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf den Vorfall. Die Angaben konnten von unabhängiger Stelle nicht überprüft werden. Laut Puschilin wurde der Markt in den frühen Morgenstunden beschossen, als sich dort viele Menschen aufhielten, um Sonntagseinkäufe zu erledigen. Es kursieren auch Fotos und Videos in ukrainischen Medien, die einen verwüsteten Markt zeigen. Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder einer schweren Explosion, deren Echtheit jedoch nicht überprüft werden konnte. Auch auf der Straße liegende Menschen waren auf den Aufnahmen zu sehen. Unter den Schwerverletzten sollen sich laut Puschilin auch zwei Kinder befinden.

"Barbarische Attacke" auf zivilen Bereich

Der Bürgermeister von Donezk, Alexej Kulemsin, bezeichnete den Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte als "barbarische Attacke" auf einen zivilen Bereich der Stadt. Behördenangaben zufolge handelte es sich um kombinierte Artillerieschläge mit großkalibriger Munition. Die Ukraine hatte wiederholt erklärt, das von russischen Truppen besetzte Gebiet zurückerobern zu wollen. Das Gebiet Donezk wird teilweise von russischen und teilweise von ukrainischen Truppen kontrolliert. Die Kämpfe dauern bereits seit 2014 an, als sich moskautreue Separatisten nach dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch von Kiew abspalteten.

Russland erhebt Vorwürfe gegen Ukraine und Westen

Das russische Außenministerium warf dem "Kiewer Regime" ein Kriegsverbrechen vor und behauptete, dass erneut ein Terroranschlag gegen die Zivilbevölkerung verübt worden sei. Russland kritisiert die westlichen Waffen- und Munitionslieferungen an die Ukraine, die diese vor allem zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg nutzt. Das Ministerium in Moskau behauptete, dass der Markt in Donezk mit Waffen aus der ostukrainischen Stadt Awdijiwka, die vom Westen geliefert wurden, beschossen worden sei. Dies zeige nicht nur erneut die Verwicklung des Westens in den Krieg, sondern auch den "Hass" des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegen die Menschen in Donezk. Russland forderte die internationale Gemeinschaft auf, das Verbrechen an den Zivilisten zu verurteilen.