10. Januar, 2026

Politik

Angespannte Situation im Iran: Teheran äußert sich scharf und Eskalation droht

Anlässlich der jüngsten landesweiten Proteste in Iran sprach der oberste geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, entschlossen über die Unruhen, die große Teile der Bevölkerung erfasst haben. In einer Rede, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, wurde deutlich, dass die iranische Führung darauf abzielt, harte Maßnahmen gegen die Protestierenden zu ergreifen. Ajatollah Chamenei warf den Demonstranten vor, Disharmonie zu säen und dem Land zu schaden. Zugleich beschuldigte er ausländische Mächte, insbesondere den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen. Diese Äußerungen unterstreichen die angespannte Haltung der iranischen Führung gegenüber der innenpolitischen Lage.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten verschlechtern sich weiter, nachdem Trump unverhohlene Drohungen gegen die iranische Regierung ausgesprochen hatte. Insbesondere warnte er vor schwerwiegenden Konsequenzen, sollten bei den Protesten Todesfälle eintreten. Die derzeitige Welle der Unruhen erreichte am vergangenen Donnerstag ihren bisherigen Höhepunkt, als es zu den größten Protesten seit Ende Dezember kam. Die Protestaktionen wurden von einem flächendeckenden Internetausfall begleitet, der mehr als 14 Stunden andauerte. Der Ausfall erschwerte nicht nur die Kommunikation der Protestierenden, sondern auch den Zugang zur internationalen Berichterstattung. Um die Worte von Ajatollah Chamenei weiter zu verbreiten und die Protestbewegung zu diskreditieren, nutzte der iranische Staatsrundfunk die Plattform Telegram, um die Reichweite seiner Botschaft zu maximieren.

Gleichzeitig häufen sich Berichte über zahlreiche Opfer, die durch den Einsatz von Schusswaffen gegen Demonstranten zu beklagen sind. In sozialen Netzwerken kursieren derzeit Videos, die trotz ihres noch unbestätigten Charakters bereits weltweit Besorgnis erregen. Diese Aufnahmen dokumentieren erschütternde Szenen von verletzten jungen Menschen, die bei Protestkundgebungen in der Nähe von Teheran zu Schaden kamen. Der staatliche iranische Rundfunk berichtet hingegen von der Beteiligung sogenannter "terroristischer Elemente" an den Protesten, was am Donnerstag zu mehreren Todesopfern geführt habe. Diese Narrative tragen zur zusätzlichen Unsicherheit bei und lassen vermuten, dass die Protestbewegung noch weiter eskalieren könnte.