Die Republik Moldau hat aufgrund eines drohenden Stopps des Gastransits aus Russland durch die Ukraine den Notstand ausgerufen. Die Regierung unter Ministerpräsident Dorin Recean erhielt dafür grünes Licht vom Parlament in Chisinau, nachdem die Ukraine angekündigt hatte, ab dem 1. Januar nach Auslaufen bestehender Transitverträge kein Gas mehr durchzuleiten.
Moldau ist beinahe vollständig von russischem Gas abhängig, das durch Transnistrien, einem prorussischen Separatistengebiet, fließt. Das autarke Gebiet verhängte bereits unlängst einen Ausnahmezustand wegen der befürchteten Engpässe bei den Lieferungen.
Die Schwierigkeiten des Landes werden durch die Tatsache verschärft, dass auch der Großteil des moldauischen Stroms in einem kraftstoffbetriebenen Werk in Transnistrien erzeugt wird. Ein geplanter energiewirtschaftlicher Anschluss an das europäische Netz besteht derzeit lediglich als Minimallösung. Rumänien unterstützt Moldau durch kleinere Stromlieferungen seit Oktober und arbeitet an einem umfassenden Aktionsplan, so der rumänische Energieminister Sebastian Burduja.
Unterdessen verhandeln Russland und Moldau über alternative Routen für die Gaslieferung, beispielsweise über die Türkei – ein Weg, der allerdings ebenfalls über die Ukraine führt. Gazprom bekräftigte seine Bereitschaft, täglich 5,7 Millionen Kubikmeter Gas zu liefern, während durch eine Pipeline unter dem Fluss Prut täglich eine Million Kubikmeter strömen könnten. Moldau nutzt darüber hinaus rumänische Speicher als strategische Reserve.