Der kürzlich von den namhaften Brauereien Veltins und Krombacher verkündete Rückgang des Bierabsatzes in Deutschland reflektiert einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel und signalisiert eine Veränderung im Konsumverhalten der Bevölkerung. Diese Entwicklung wird von Hendrik Streeck, dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung, als Zeichen eines zunehmenden Gesundheitsbewusstseins, insbesondere unter jungen Menschen, gewertet. Immer mehr junge Erwachsene entscheiden sich dafür, Alkohol zu meiden oder ihren Konsum erheblich einzuschränken, in einem Bestreben, einen gesünderen Lebensstil zu verfolgen.
Aus medizinischer Perspektive wird dieser Trend von Experten durchweg als positiv angesehen. Streeck hebt hervor, dass Alkohol keineswegs ein ungefährliches Genussmittel darstellt. Der Konsum birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, die von kardiovaskulären Erkrankungen bis hin zu einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Krebsarten reichen. Jede Reduzierung des Alkoholkonsums kann daher als Gewinn für die allgemeine Gesundheit betrachtet werden. Dennoch gibt es immer noch eine besorgniserregende Anzahl von Jugendlichen, die regelmäßig und in übermäßigem Maße Alkohol konsumieren, was nach wie vor eine große Herausforderung für die Gesundheitsvorsorge darstellt.
Streeck mahnt hier verstärkten Handlungsbedarf an, insbesondere im Hinblick auf die Regelung des sogenannten begleiteten Trinkens. Er spricht sich deutlich dafür aus, dieses gesetzliche Schlupfloch zu schließen, da es aus seiner Sicht ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Minderjährige darstellt. Der Bundesrat hat kürzlich eine entsprechende Initiative unterstützt und die Bundesregierung aufgefordert, die geltende Ausnahme im Jugendschutzgesetz zu revidieren, die es Jugendlichen im Alter von 14 bis 15 Jahren erlaubt, in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten Alkohol zu konsumieren.
Bedingt durch diese gesellschaftlichen Veränderungen und den damit einhergehenden Umsatzrückgang von mehr als sechs Prozent im Jahr 2025, haben Brauereien wie Veltins und Krombacher ihre Geschäftsstrategie angepasst. Sie setzen verstärkt auf die Einführung und den Ausbau ihres Sortiments an alkoholfreien Bieren. Diese Entscheidung spiegelt nicht nur die gesunkene Kaufbereitschaft wider, sondern auch die gedämpfte Konsumstimmung, welche die Gastronomie derzeit kennzeichnet. Die Brauereien hoffen, mit diesen Maßnahmen neue Konsumentengruppen zu erschließen und sich an die sich verändernden Vorlieben der Verbraucher anzupassen.