08. Mai, 2026

Wirtschaft

Amazon unter Beschuss: Täuschung von Prime-Kunden in Washington D.C.

Amazon unter Beschuss: Täuschung von Prime-Kunden in Washington D.C.

Amazon gerät ins Visier der Justiz, nachdem es Vorwürfe gibt, dass der Online-Händler die Verbraucher im Raum Washington D.C. in die Irre geführt haben soll. Laut einer Pressemitteilung des Generalstaatsanwalts wurden Bewohner bestimmter Postleitzahlen in dem Glauben gelassen, die Vorteile der zweitägigen Prime-Lieferung genießen zu können. Dies erwies sich als irreführend für bestehende Mitglieder und motivierte andere, sich für Prime anzumelden, während die Zustellungszeiten in Wirklichkeit deutlich langsamer waren. Obwohl Amazon in seinen Marketingmaterialien einschränkt, dass eine kostenlose Lieferung am selben Tag nur in ausgewählten Gebieten verfügbar ist, wird eine solche Klarstellung nicht für die ein- und zweitägige Lieferung gemacht. Stattdessen wird suggeriert, dass die zweitägige Lieferung für nahezu alle Adressen in den zusammenhängenden USA verfügbar ist. Trotz Kundenbeschwerden erklärt Amazon, dass längere Lieferzeiten selten und nicht beabsichtigt seien. Amazon betont in einer E-Mail, dass die Sicherheit der Fahrer oberste Priorität habe. In bestimmten Postleitzahlen, die in der Klage erwähnt werden, gab es gezielte Angriffe auf Zustellfahrer, was zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich machte, die die Lieferzeiten verlängern können. Dazu zählen beispielsweise die Reservierung der Lieferungen auf Tageszeiten oder der Einsatz von Drittanbietern wie UPS und dem US Postal Service, die tendenziell langsamer liefern als Amazon selbst. Die Klage legt dar, dass Amazon wissen musste, dass seine Praxis zu einer erheblichen Verzögerung der Liefergeschwindigkeit in diesen Postleitzahlen führen würde, jedoch bestehende oder potenzielle Prime-Mitglieder darüber nicht informierte. Ein Großteil der Betroffenen in diesen PLZ-Gebieten sind Prime-Mitglieder und die Region ist historisch gesehen einer der am meisten benachteiligten Teile der Stadt. Generalstaatsanwalt Brian Schwalb betont, dass Amazon den hart arbeitenden Bewohnern der Bezirke ein beschleunigtes Lieferservice verspricht, das nicht geliefert wird. Er mahnt, dass Amazon zwar das Recht auf betriebliche Änderungen hat, jedoch nicht entscheiden darf, dass ein Dollar in einem Postgebiet weniger wert ist als in einem anderen. Die Klage zielt darauf ab, täuschende Praktiken zu stoppen und sicherzustellen, dass die Bewohner des Districts das bekommen, wofür sie zahlen.