Das diplomatische Parkett ist endgültig verlassen, nun regieren die Generäle. In einer dramatischen Mitteilung hat die US-Botschaft in Israel ihren Mitarbeitern und deren Angehörigen die Ausreise genehmigt. Offiziell ist von „Sicherheitsrisiken“ die Rede, doch zwischen den Zeilen steht die Angst vor einem regionalen Flächenbrand. Botschafter Mike Huckabee drängte sein Personal in einer E-Mail dazu, das Land sofort zu verlassen, solange kommerzielle Flüge verfügbar sind. Es ist das klassische Protokoll unmittelbar vor einem militärischen Konflikt: Die USA räumen die Schusslinie.

Hintergrund ist das drohende Scheitern der Verhandlungen mit Teheran. Donald Trump hat der iranischen Führung ein Ultimatum bis Anfang März gesetzt – ein Datum, das in wenigen Tagen abläuft. Während Washington die Entwaffnung des iranischen Raketenprogramms und ein Ende der Unterstützung für Terror-Milizen wie die Hisbollah fordert, zeigt sich das Regime der Mullahs unnachgiebig. Die Konsequenz: Ein US-Angriff auf iranische Atomanlagen scheint nicht mehr eine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“.
Flugzeugträger-Armada zieht den Belagerungsring enger
Die USA belassen es nicht bei Drohgebärden. In den vergangenen Wochen hat das Pentagon die Militärpräsenz im Nahen Osten massiv hochgefahren. Mit der USS Gerald R. Ford, dem größten Flugzeugträger der Welt, und der USS Abraham Lincoln im Persischen Golf haben die USA eine Feuerkraft in Stellung gebracht, die das iranische Regime abschrecken – oder im Ernstfall vernichten – soll. Diese maritime Übermacht dient als Schutzschild für Israel, das bei einem US-Angriff auf den Iran das erste Ziel für Teherans Vergeltungsschläge wäre.
Experten rechnen damit, dass der Iran im Falle einer Eskalation sein gesamtes Arsenal an Mittelstreckenraketen auf israelische Städte abfeuern wird. Die Genehmigung zur Ausreise des Botschaftspersonals ist daher ein direkter Indikator für die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage. Teheran will die Sanktionen lockern, ohne sein militärisches Rückgrat aufzugeben – für die Trump-Administration ein inakzeptabler Deal. Der Druck im Kessel hat das kritische Limit erreicht.

Vize Vance bremst – doch Trump hält den Finger am Abzug
Interessant ist die interne Dynamik in Washington. Während Trump den harten Hund spielt, erteilte US-Vizepräsident J.D. Vance einer großangelegten Bodenintervention eine Absage. Die Strategie scheint klar: Präzisionsschläge aus der Luft und vom Meer, um die nukleare Infrastruktur der Mullahs zu zertrümmern, ohne sich in einen weiteren langjährigen Landkrieg zu verzetteln. Doch die Dynamik einer solchen Konfrontation lässt sich selten kontrollieren. Sobald die ersten Raketen fliegen, könnte die Hisbollah im Libanon eine zweite Front eröffnen.
Die US-Botschaft in Tel Aviv warnt bereits vor massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Bestimmte Gebiete Israels könnten in Kürze für Regierungsmitarbeiter komplett gesperrt werden. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, während die internationale Gemeinschaft fassungslos auf das Ticken der Uhr blickt. Das Ultimatum Anfang März markiert den Point of No Return für die Diplomatie.
Die Pointe dieser gefährlichen Eskalation: Während Donald Trump im Wahlkampf versprach, Kriege zu beenden, steht er nun kurz davor, den womöglich größten Konflikt seiner Amtszeit zu beginnen. Die USA zeigen Stärke, doch der Preis für diese Demonstration könnte eine brennende Region sein. Wer heute noch einen Flug aus Tel Aviv bekommt, schätzt sich glücklich – denn die „Unannehmlichkeiten“, von denen Diplomaten sprechen, könnten schon morgen zu einer existentiellen Katastrophe werden.



