Die Sicherheitsinfrastruktur deutscher Finanzinstitute steht erneut im Fokus. Am Mittwochvormittag drangen Kriminelle in den Tresorraum einer Sparkassenfiliale in Wilhelmshaven ein und öffneten gewaltsam Kundenschließfächer.
Der Vorfall in der Preußenstraße ereignete sich gegen 10:00 Uhr. Anders als bei komplexen Tunnel-Coups agierten die Täter hier während der regulären Öffnungszeiten und setzten auf brute Gewalt statt auf langfristige Planung über Feiertage.
Täter nutzten kurzes Zeitfenster für gewaltsamen Zugriff
Der genaue Modus Operandi für den Zutritt zum Hochsicherheitsbereich ist Gegenstand der laufenden polizeilichen Ermittlungen. Regulär erfordert der Zugang zum Tresorraum eine spezielle Kundenkarte sowie einen Sicherheitscode.
Innerhalb des Raumes verblieben den Einbrechern nur wenige Minuten für die Tatausführung. Mit mitgebrachtem Werkzeug brachen sie eine zweistellige Anzahl an Fächern auf. Die Polizei beziffert die Menge der betroffenen Schließfächer auf unter 50.

Ein interner Alarm beendete die Aktion abrupt. Die Täter flüchteten daraufhin sofort zu Fuß vom Tatort, noch bevor Einsatzkräfte eintreffen konnten.
Polizei fahndet nach drei Verdächtigen mit konkretem Profil
Die Ermittlungsbehörden haben detaillierte Personenbeschreibungen veröffentlicht. Gesucht werden bis zu drei Männer, die alle eine Körpergröße von etwa 1,80 Metern aufweisen und von schmaler Statur sind. Auffällig sei das allgemein ungepflegte Erscheinungsbild.
Der erste Tatverdächtige trug eine blaue Jacke, zotteliges blondes Haar und führte eine dunkle Stoff-Umhängetasche mit sich. Ein zweiter Mann wurde mit einer Camouflage-Jacke, weißem Cap und einer bunten Plastiktüte beschrieben.
Indizien deuten auf einen dritten Beteiligten hin, der mit einem schwarzen Kapuzenmantel und blauen Jeans in Tatortnähe agierte. Die Polizei bittet Zeugen dringend um Hinweise zum Fluchtweg.
Sicherheitslage der Sparkassen gerät unter Druck
Dieser erneute Einbruch reiht sich in eine kritische Serie von Sicherheitsvorfällen ein. Erst im Dezember sorgte ein professioneller Tunnel-Einbruch in eine Gelsenkirchener Sparkassenfiliale für Aufsehen, bei dem Millionenwerte entwendet wurden.
Während in Gelsenkirchen tagelang unbemerkt gebohrt wurde, zeigt der Fall Wilhelmshaven eine Verlagerung hin zu riskanten Blitz-Einbrüchen am Tag. Die Schadenshöhe ist derzeit noch unklar, da unter den aufgebrochenen Fächern auch unvermietete Einheiten gewesen sein könnten.
Betroffene Kunden müssen sich zur Schadensklärung direkt an das Kreditinstitut wenden. Die Polizei kann aus Datenschutz- und Ermittlungsgründen keine individuellen Auskünfte zu den Inhalten der Fächer erteilen.


