Aktiv gemanagte börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs, stehen kurz davor, die Marke von 1 Billion US-Dollar an verwalteten Vermögen zu überschreiten. Einst ein wenig beachtetes Nischensegment, sind sie nun zu einem wesentlichen Wachstumstreiber der globalen Finanzindustrie avanciert. Laut den aktuellen Daten von ETFGI erreichten die aktiven ETFs bis Ende Juli beeindruckende 974 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung markiert einen steilen Anstieg in den letzten Jahren. Seit 2018, als sie erstmalig die 100-Milliarden-Dollar-Marke durchbrachen, haben sich die Vermögenswerte in diesem Bereich rasant entwickelt. Regulatorische Veränderungen in den USA im Jahr 2019 beschleunigten die Einführung neuer ETFs, und seitdem wuchsen die Vermögenswerte aktiver ETFs mit einer jährlichen Wachstumsrate von 48 Prozent. Weltweit hat sich die Anzahl aktiver ETFs auf 2.761 mehr als vervierfacht. Experten sehen hierin nur den Beginn einer noch längeren Wachstumsphase. "Wir befinden uns in den frühen Phasen des Wachstums", erklärt Todd Rosenbluth, Forschungsleiter bei TMX VettaFi. Er betont, dass der ETF-Markt weiterhin expandieren wird und die neuen aktiven ETFs besonders schnell wachsen werden, da sie hochmoderne Alternativen darstellen. Marktteilnehmer wie JPMorgan, Fidelity und BlackRock nutzen ihre starken Vertriebs- und Marketingteams, um diese neuen Produkte erfolgreich zu positionieren. Trotz ihrer rasanten Entwicklung steht die aktive ETF-Branche immer noch im Schatten traditioneller Investmentfonds, die allein in den USA langfristig verwaltete Vermögen in Höhe von 13,8 Billionen US-Dollar erreichen. Dennoch zeigt sich ein klarer Trend zugunsten von ETFs, die steuerliche Vorteile gegenüber klassischen Fonds genießen. Beispielsweise haben aktiv gemanagte inländische Aktienfonds in den USA in den letzten zehn Jahren Nettoabflüsse von über 2,5 Billionen US-Dollar erlebt, während US-gelistete aktive ETFs allein im Juli 27,9 Milliarden US-Dollar angezogen haben. Diese Verschiebung wurde durch regulatorische Änderungen in Ländern wie Südafrika, Japan und Singapur unterstützt. In Frankreich und Taiwan stehen ähnliche Änderungen kurz bevor. Branchenkenner sehen die Regulierung als wesentlichen Faktor für das weitere Wachstum aktiver ETFs an. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die Gebührenstruktur auf die Branche auswirken wird. Aktive Aktien-ETFs in den USA verlangen im Durchschnitt 32 Basispunkte, während ihre traditionellen Pendants 62 Basispunkte kosten. Diese niedrigeren Kosten könnten aktiven Managern eine höhere Chance bieten, ihre Benchmarks zu übertreffen. Insgesamt zeigt sich, dass ETFs zunehmend zur bevorzugten Wahl der Anleger werden. Und obwohl es Kritik an der Markteffizienz gibt, scheinen die Vorteile überwiegen: niedrigere Kosten und steuerliche Effizienz machen ETFs besonders attraktiv.
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Aktive ETFs: Die Aufstrebenden Stars des Börsenparketts