08. März, 2026

Märkte

Aktienmarkt erholt sich nach Verlusten – Hoffnung auf Zinssenkungen schwindet

Aktienmarkt erholt sich nach Verlusten – Hoffnung auf Zinssenkungen schwindet

Nach drei aufeinanderfolgenden Tagen mit Verlusten konnte sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder erholen. Der Dax stieg um 0,83 Prozent auf 16.567,35 Zähler, während der MDax um 1,20 Prozent auf 25.552,88 Punkte zulegte. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex den tiefsten Stand seit Anfang Dezember erreicht. Die Hoffnung auf baldige und umfangreiche Zinssenkungen nahm ab, was die Börsen-Rally vom Ende des letzten Jahres bremste. Die Renditen bei Anleihen stiegen in letzter Zeit wieder an, wobei die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen den höchsten Stand seit Anfang Dezember erreichte. Die Erwartungen an Zinssenkungen werden daher zurückgenommen. Experte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets erklärte: "Mehr als eine kurzfristige Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau dürfte vorerst nicht drin sein." Er sagte voraus, dass das erste Halbjahr für den Dax schwierig sein werde, bevor tatsächlich sinkende Zinsen positive Rahmenbedingungen für Aktien schaffen würden. Im Einzelwertebereich konnten Chip-Aktien von einem positiven Ausblick des taiwanesischen Chipriesen TSMC profitieren. Infineon stieg um 4,8 Prozent, Aixtron gewann 5,2 Prozent und Elmos Semiconductor legte um 3,3 Prozent zu. Die Aussagen von TSMC ließen die Hoffnung aufkommen, dass es in diesem Jahr zu einer Erholung im globalen Technologiesektor kommen könnte. Das Schlusslicht im Dax bildeten die Aktien von Bayer, die um 2,1 Prozent fielen. Der Auslöser für die Verluste war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf informierte Personen berief. Demnach könnte sich der Agrarchemie- und Pharmakonzern derzeit von einer möglichen Aufspaltung abwenden, was am Markt für gewisse Fantasie gesorgt hatte. Die Aktien des Triebwerkbauers MTU setzten ihre Rally nach einem positiven Votum der französischen Bank Exane BNP Paribas mit einem Plus von 2,4 Prozent fort. Weitere Analystenstudien hatten ebenfalls Einfluss: Der Kurs des Immobilienkonzerns Vonovia profitierte mit einem Aufschlag von 1,6 Prozent von einer Kaufempfehlung der Bank of America. Die Anteile des Rüstungskonzerns Rheinmetall setzten ihre Rekordjagd fort und gewannen weitere 2,6 Prozent. Das Investmenthaus Stifel sieht noch viel Luft nach oben und erhöhte das Kursziel auf 420 Euro. Die Aktien des Softwareanbieters Teamviewer jedoch litten unter einer Abstufung durch Exane BNP und verloren 3 Prozent. Die Aktien des Technologiekonzerns Kontron erreichten den höchsten Stand seit September 2021 und stiegen um 4,1 Prozent. Der österreichische Konzern übernimmt die Mehrheit am deutschen Elektronikunternehmen Katek und hat deshalb höhere Ziele gesetzt. Die Katek-Aktien sprangen um 18 Prozent nach oben. Auch europaweit zeigten sich die Börsen erholungsfähig: Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,13 Prozent auf 4.453,05 Punkte. Der Cac 40 in Paris verzeichnete ebenfalls einen Zuwachs in gleicher Höhe. Der FTSE 100 in London hingegen legte nur moderat zu. Der Euro gab leicht nach und lag bei 1,0867 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0875 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,26 Prozent am Vortag auf 2,31 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,27 Prozent auf 125,53 Punkte. Der Bund-Future verlor am Abend 0,20 Prozent und stand bei 133,94 Punkten.