05. April, 2026

Wirtschaft

Akademikerblut und Unternehmergeist: Studie zeigt den familiären Einfluss auf Startup-Gründer

Akademikerblut und Unternehmergeist: Studie zeigt den familiären Einfluss auf Startup-Gründer

Erfolgreiche Startup-Gründer haben häufig Eltern mit hohem Bildungsabschluss oder eigenem Unternehmen, offenbart eine aktuelle Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Über die Hälfte der Jungunternehmer stammen aus einem akademischen Elternhaus, während 14 Prozent gar auf die Förderung durch mindestens einen promovierten Elternteil zählen können. Diese prägende Nähe zu Bildung und unternehmerischem Denken äußert sich in der Studie mit 1800 befragten Unternehmensgründern deutlich in den Startup-Sphären des Jahres 2023.

Nicht nur der Akademikerstatus, auch das Unternehmerdasein der Eltern spielt eine erhebliche Rolle. Ein Drittel der Gründer gab an, aus einem selbstständigen Elternhaus zu kommen, wovon 24 Prozent ihr Unternehmen mit Angestellten führten. Dies steht in auffälligem Kontrast zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen, von denen lediglich 4 Prozent Unternehmer mit Beschäftigten sind. Die Diskrepanz zu angestellten Elternhäusern ist markant.

Die Studienergebnisse deuten einerseits auf eine Bildungslücke hin, die sich auch in der Gründerszene widerspiegelt. Andererseits betonen sie die Bedeutung von familiären Erfahrungen. Vorbilder und die in der Familie gewonnene Sicherheit sind laut der Studie maßgeblich für den Gründungserfolg.

Die familiären Netzwerke bieten eine nicht zu unterschätzende Ressource, indem sie Kontakte zu anderen Unternehmern ermöglichen. Zudem war die Mehrheit der Befragten aus Unternehmer- und Beamtenfamilien in der Lage, auf finanzielle Unterstützung im Bedarfsfall zu setzen, während von den Arbeiterkindern lediglich 14 Prozent diese Sicherheit genießen.

Bei der Kapitalsammlung außerhalb des familiären Kreises offenbarte sich eine weitere Diskrepanz. Gründer aus Unternehmerfamilien fanden durch ihre Netzwerke leichter Zugang zu Investoren, während die Autoren der Studie betonen, dass Gründer aus nicht-akademischen und nicht-unternehmerischen Hintergründen hier auf signifikant höhere Hürden stoßen.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Julia Scheerer von der Bertelsmann Stiftung und appelliert für mehr Chancengleichheit und Sichtbarkeit unterschiedlicher Vorbilder in Gesellschaft und Bildungseinrichtungen. Franziska Teubert vom Startup-Verband unterstreicht diese Notwendigkeit und sieht die Bedeutung von Kontaktpunkten und Inspiration für die nächste Gründergeneration.