Airbnb hat es geschafft, ein Synonym für das Mieten von Unterkünften zu werden – ein bemerkenswertes Kunststück, das nur wenigen Unternehmen gelingt. Doch trotz seiner ikonischen Marktstellung erzielt das Unternehmen bislang nicht den erhofften Erfolg für Investoren. Der Börsenwert liegt derzeit bei etwa 87 Milliarden US-Dollar, doch die Aktie konnte in diesem Jahr nur um 2 % zulegen und liegt noch immer 36 % unter ihrem Höchststand von Februar 2021. Diese Diskrepanz könnte Anleger dazu bewegen, über eine Investition in diese Wachstumsaktie nachzudenken. Doch Vorsicht ist geboten: Die jüngsten Finanzergebnisse zeichnen ein gemischtes Bild.
Im dritten Quartal verzeichnete Airbnb ein Umsatzwachstum von lediglich 10 % gegenüber dem Vorjahr, wobei die Einnahmen 3,7 Milliarden US-Dollar erreichten. Dies bedeutet eine Verlangsamung im Vergleich zu den 18 % des gesamten Jahres 2023 und den beeindruckenden 40 % im Jahr 2022. Der Anstieg in der Berichtsperiode wurde durch eine Zunahme des Bruttobuchungswertes um ebenfalls 10 % gestützt.
Eine Verlangsamung ist bei reifenden Unternehmen normal, insbesondere wenn sie in ihren Kernmärkten bereits stark vertreten sind. Nach der Pandemie profitierte Airbnb von einem Nachholbedarf beim Reisen, ein Effekt, der sich nun offenbar normalisiert hat. Ungeachtet dessen bleibt das Management auf lange Sicht optimistisch, das Marktpotenzial auf billionenschwere Wegen zu expandieren, indem es über bloße Unterkünfte hinausgeht und vermehrt auf Gästeerlebnisse setzt.
Analysten von der Wall Street schätzen, dass das Umsatzwachstum von Airbnb zwischen 2023 und 2026 mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 10,9 % fortgesetzt wird. Wachstum im zweistelligen Bereich ist nach wie vor ansprechend. Unternehmen mit sogenannten "economic moats", also wirtschaftlichen Gräben, die den Wettbewerb erschweren, haben dabei einen strategischen Vorteil. Bei Airbnb besteht dieser insbesondere in den Netzwerkeffekten. Das Unternehmen betreibt einen gigantischen Marktplatz mit 5 Millionen Gastgebern und 8 Millionen aktiven Inseraten, während 123 Millionen Übernachtungen und Erlebnisse allein im letzten Quartal gebucht und bezahlt wurden. Ein wachsendes Angebot zieht mehr Reisende an, was wiederum mehr Gastgeber motiviert, ihre Unterkünfte anzubieten – ein Kreislauf, der das Wachstum weiter beflügelt.