30. November, 2025

Politik

AfD als potenziell irreführende Perspektive für Unternehmer?

In jüngster Zeit haben führende Wirtschaftsberater, darunter auch der Berater des Finanzministers Lars Klingbeil, eindringliche Besorgnis über den Umgang von Unternehmern mit der Alternative für Deutschland (AfD) geäußert. Jens Südekum, ein renommierter Wirtschaftsberater, betonte in einem Interview mit dem 'Handelsblatt', dass die AfD derzeit weder für die Unternehmen noch für die Gesellschaft ein echtes politisches Angebot bereitstelle. Vielmehr beschrieb er deren Strategie als ein 'imaginäres Luftschloss', welches keinen Raum für einen ernsthaften inhaltlichen Dialog biete.

Diese Diskussion entfaltet sich inmitten der Bemühungen des Verbands der Familienunternehmer, einen Dialog mit der AfD aufzunehmen. Der Verband lud sogar AfD-Politiker zu einem bedeutenden Treffen im Oktober ein. Solche Schritte stießen jedoch auf erheblichen Widerspruch: Einige Unternehmen boykottierten den Verband und kündigten aus Protest ihre Mitgliedschaft, während andere Unternehmen die Notwendigkeit betonten, sich kritisch mit der Ausrichtung der Partei auseinanderzusetzen.

Jens Südekum äußerte seine Befürchtungen, dass sich der Verband der Familienunternehmer durch die Dialogbereitschaft mit der AfD unwissentlich zu einem 'Steigbügelhalter der Rechtspopulisten' entwickeln könnte. Er warnte davor, dass die scheinbaren Zugeständnisse der AfD keine solide wirtschaftliche Grundlage haben und letztlich dazu führen könnten, die Erwartungen der Familienunternehmer zu enttäuschen. In diesem Zusammenhang äußerte auch der anerkannte Wirtschaftsweise Achim Truger Zweifel daran, inwiefern Unternehmer von der AfD ernsthafte wirtschaftliche Impulse erwarten. Truger argumentierte, dass trotz der gegenwärtigen Herausforderungen, mit denen Unternehmen aufgrund mehrerer Krisen konfrontiert sind, radikale Reformideen nicht die geeignete Lösung darstellen.

Diese Kontroverse verdeutlicht die Spannungen innerhalb der deutschen Wirtschaftszene bezüglich des politischen Umgangs mit der AfD. Die Debatte ruft einerseits zur Vorsicht auf, den demokratischen Diskurs zu wahren, während andererseits die Notwendigkeit einer differenzierten Auseinandersetzung mit politischen Parteien unterstrichen wird, deren wirtschaftspolitische Konzepte auf dem Prüfstand stehen.