16. März, 2026

Unternehmen

Adobe-Vergleich: Versteckte Kündigungsgebühren bestraft

Das US-Justizministerium zwingt den Software-Giganten in die Knie. Versteckte Gebühren und Schikanen bei der Kündigung kosten Adobe ein Vermögen – ein Warnschuss für die gesamte Abo-Wirtschaft.

Adobe-Vergleich: Versteckte Kündigungsgebühren bestraft
Adobe einigt sich mit den US-Behörden auf eine 150-Millionen-Dollar-Strafe. Kunden wurden durch versteckte Kündigungsgebühren getäuscht.

Der 150-Millionen-Dollar-Deal beendet einen aggressiven Rechtsstreit mit den US-Behörden

Adobe hat einer Einigung über 150 Millionen US-Dollar zugestimmt, um eine Zivilklage des US-Justizministeriums und der Federal Trade Commission aus dem Juni 2024 beizulegen.

Im Kern des Konflikts standen massive Vorwürfe bezüglich des populären Jahresabonnements mit monatlicher Zahlung. Die Behörden warfen dem Entwickler von Photoshop und Acrobat vor, Stornierungsgebühren in Höhe von mehreren Hundert Dollar im Kleingedruckten oder hinter versteckten Hyperlinks zu verschleiern.

Der geschlossene Vergleich sieht vor, dass das Softwareunternehmen aus San Jose eine Zivilstrafe von 75 Millionen US-Dollar entrichtet. Weitere 75 Millionen US-Dollar müssen in Form von kostenlosen Dienstleistungen an die geschädigten Kunden zurückfließen, wobei die gerichtliche finale Zustimmung noch aussteht.

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Massive Hürden bei der Kündigung führten zu einer systematischen Benachteiligung der Verbraucher

Gemäß der Klageschrift wurden Nutzer, die ihr Abonnement online beenden wollten, systematisch durch ein Labyrinth zahlloser Webseiten navigiert.

Kunden, die telefonisch kündigten, sahen sich laut den Ermittlern mit Verzögerungen und massivem Widerstand der Service-Mitarbeiter konfrontiert.

„Amerikanische Verbraucher verdienen das Recht, informierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie entscheiden, wo sie ihr hart verdientes Geld ausgeben“, so Brett Shumate, Leiter der Zivilabteilung des US-Justizministeriums.

Dieses Vorgehen verstieß nach Ansicht der US-Behörden gegen den Restore Online Shoppers Confidence Act von 2010. Dieses Gesetz verbietet es Händlern, Gebühren für automatische Vertragsverlängerungen ohne transparente Bedingungen und explizite Zustimmung der Kunden zu erheben.

Das Management von Adobe weist alle Vorwürfe entschieden zurück, zahlt aber trotzdem

Trotz der massiven Strafzahlung zeigt sich das Softwareunternehmen formell uneinsichtig bezüglich der rechtlichen Bewertung durch die Behörden.

„Obwohl wir den Behauptungen der Regierung widersprechen und jegliches Fehlverhalten abstreiten, freuen wir uns, diese Angelegenheit zu klären“, so Adobe in einer offiziellen Stellungnahme.

Das Unternehmen betont, die Anmelde- und Kündigungsprozesse in den letzten Jahren bereits deutlich verschlankt und transparenter gestaltet zu haben. Der Vergleich beendet zudem auch persönliche rechtliche Ansprüche gegen zwei namentlich nicht genannte Adobe-Führungskräfte.

Der Skandal trifft den Technologiekonzern in einer hochsensiblen strategischen Umbruchphase

Für Adobe kommt die Millionenstrafe zu einem kritischen Zeitpunkt. Abonnements generierten im letzten Quartal bis Ende Februar 97 Prozent der Gesamteinnahmen in Höhe von 6,4 Milliarden US-Dollar.

Die Nachricht über die Einigung folgt nur einen Tag nach der Ankündigung, dass CEO Shantanu Narayen nach über 18 Jahren an der Unternehmensspitze zurücktreten wird.

Gleichzeitig steht die Aktie des Unternehmens unter erheblichem Druck. Investoren zeigen sich zunehmend besorgt über die langfristigen Geschäftsaussichten im Kontext der rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

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