Die automobile Zukunft in Kaiserslautern wurde durch eine unerwartete Entscheidung stark beeinträchtigt. Das Konsortium Automotive Cells Company (ACC), bestehend aus den führenden Industrieunternehmen Stellantis, Mercedes-Benz und Total Energies, hat bekanntgegeben, dass der geplante Entwicklungsstandort für Autobatterien in der Pfalz nicht weiter verfolgt wird. Diese Entscheidung betrifft nicht nur die Region Kaiserslautern; auch das gleichlaufende Projekt in Italien wird vorerst auf Eis gelegt. Künftig wird der Standort Billy-Bercleau/Douvrin in Frankreich als zentrales Innovationszentrum fungieren.
Dieser gravierende Entschluss fällt in einer Phase, in der die europäische Nachfrage nach Elektrofahrzeugen stagniert. Hinzu kommen große finanzielle Belastungen, da Branchenführer wie Stellantis kürzlich erhebliche Abwertungen in Höhe von 22,2 Milliarden Euro bekanntgeben mussten. Ursprünglich war geplant, in Kaiserslautern etwa 2000 neue Arbeitsplätze zu schaffen, unterstützt durch finanzielle Zusagen aus Deutschland und Frankreich im Umfang von 1,3 Milliarden Euro. Von dieser Summe waren bereits 437 Millionen Euro an deutschen Steuergeldern fest zugesagt worden.
Der einstige Enthusiasmus, der durch die feierliche Übergabe der Förderbescheide durch politische Persönlichkeiten wie Peter Altmaier und Malu Dreyer hervorgerufen wurde, weicht nun einer nüchternen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Um den Übergang zu erleichtern, plant ACC, in umfassende Dialoge mit den Gewerkschaften einzutreten und die zum Stillstand gebrachten Projekte näher zu besprechen.
Besonders emotional äußerte sich der IG-Metall-Funktionär Jörg Köhlinger, der die Entscheidung als rational nicht nachvollziehbar und verantwortungslos kritisierte. Trotz intensiver Verhandlungen und innovativer tariflicher Regelungen war der Schock bei Arbeitnehmervertretungen groß, da ihre Bemühungen nun vor einem scheinbar unüberwindbaren Hürden stehen.