Der Börsengang der Czechoslovak Group markiert einen historischen Rekordwert für die europäische Verteidigungsindustrie
Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) bereitet einen der bedeutendsten Börsengänge (IPO) in der Geschichte des europäischen Kapitalmarktes vor. Eigentümer Michal Strnad visiert eine Bewertung von rund 25 Milliarden Euro an, wobei der Handelsstart an der Euronext in Amsterdam bereits für diesen Freitag geplant ist. Dies wäre der weltweit größte Börsengang eines Verteidigungsunternehmens.
Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf voraussichtlich 3,3 Milliarden Euro. Davon stammen bis zu 2,55 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Bestandsaktien durch Strnad, während das Unternehmen durch die Ausgabe neuer Aktien 750 Millionen Euro frisches Kapital einsammelt. Der Ausgabepreis wurde fix auf 25 Euro pro Aktie festgesetzt.

Institutionelle Schwergewichte wie BlackRock sichern die Platzierung durch massive Kapitalzusagen frühzeitig ab
Die Zeichnungsbücher waren laut Marktberichten unmittelbar nach Öffnung am Dienstag überzeichnet, was auf eine enorme institutionelle Nachfrage hindeutet. Ein derart beschleunigter Zeitplan – Schließung der Bücher am Donnerstag, Listing am Freitag – ist für eine Transaktion dieser Größenordnung ungewöhnlich und signalisiert extrem hohes Marktvertrauen in den Sektor.
CSG hat sich bereits vorab verbindliche Zusagen von Ankerinvestoren in Höhe von insgesamt rund 900 Millionen Euro gesichert. Zu den prominentesten Kapitalgebern zählen der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock sowie der Staatsfonds von Katar, was die geostrategische Relevanz und die langfristige Renditeerwartung dieses Investments unterstreicht.
Geopolitische Krisenherde treiben das operative Wachstum und die internationale Expansionsstrategie massiv an
Die Fundamentaldaten des Konzerns korrelieren direkt mit der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Rüstungsgütern, insbesondere infolge des Ukraine-Krieges. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 verzeichnete CSG einen Umsatz von 4,49 Milliarden Euro, wobei rund 25 Prozent der Erlöse direkt auf Lieferungen an die Ukraine entfielen.
Diese Liquidität nutzt CSG für aggressive anorganische Wachstumsstrategien. Ende 2024 finalisierte der Konzern die Übernahme der Kinetic Group, dem US-Mutterkonzern bekannter Munitionsmarken wie Remington und Federal. Damit transformiert sich CSG vom regionalen osteuropäischen Player zum globalen Schwergewicht der Verteidigungsindustrie.


