Bei der Eröffnungsveranstaltung der sechsten UN-Umweltversammlung in Nairobi sendeten Vertreter von Vereinten Nationen und hochrangige Politiker einen dringenden Weckruf an die Weltgemeinschaft. Die Konferenzpräsidentin, Marokkos Energieministerin Leila Benali, unterstrich in ihrer Eröffnungsrede die akute Dringlichkeit von umweltpolitischen Entscheidungen. Der Kampf gegen die gleichzeitigen Bedrohungen des Klimawandels, des Verlusts biologischer Vielfalt sowie der Umweltverschmutzung erfordere rasches und entschlossenes Handeln.
Unep-Direktorin Inger Andersen appellierte an die Versammlungsteilnehmer, politische Gräben zu überwinden und gemeinschaftlich zum Schutz unseres "kleinen blauen Planeten" beizutragen. Sie wies darauf hin, dass es bei den Beratungen nicht ausschließlich um die gegenwärtigen Herausforderungen gehe, sondern auch um solche, die in der Zukunft liegen und dennoch schwerwiegende Folgen für die Menschheit bergen werden.
Die Veranstaltung in Nairobi, die mehr als 5000 Delegierte versammelt, gilt als die bisher größte UNEA und stellt die 193 Mitgliedstaaten dar. Eine starke Präsenz auf Ministerebene zeuge von der Bedeutung der Versammlung – die deutsche Delegation wird von Bundesumweltministerin Steffi Lemke angeführt.
Lemke setzt sich vor Ort insbesondere für einen verantwortungsbewussten Umgang mit globalen Wasserressourcen und ein zukunftsorientiertes Chemikalienmanagement ein. Die Ergebnisse der Weltchemikalienkonferenz, die unter ihrer Präsidentschaft in Bonn stattfand, sollen dabei im Fokus stehen. In einer ministeriellen Mitteilung betonte Lemke die weltweit zunehmenden negativen Auswirkungen der Umweltkrisen, welche insbesondere die Ärmsten betreffen. Sie sieht die UNEA als zentrales globales Forum, um Lebensqualität zu erhöhen und natürliche Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten.